Täter vom fernen Schreibtisch. Über eine Gemeinde, die zurecht erzürnt ist.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 21. August 2019 (05:06)

Seit Jahren klagt die Justizwache, dass es den Gefängnissen an Personal fehlt. Über eine 60-Stunden-Woche können die Kollegen nur sarkastisch lachen, meinte Gewerkschafter Albin Sima kürzlich. Der Justizminister – er heißt aktuell übrigens Clemens Jabloner – warnte gar vor einem „stillen Tod“ der Justiz. Dass man ausgerechnet diese Berufsgruppe jetzt mit einer Parkplatzgebühr sekkiert, deren Sinnhaftigkeit bislang noch niemand verdeutlichen konnte, wird bei den Betroffenen richtig Laune auf die anstehenden Nationalratswahlen machen.

Aber nicht nur bei denen. Dass es nicht einmal die Mühe wert ist, die Gemeinde Göllersdorf, wo in Österreichs einziger Justizanstalt mit Behandlungsauftrag für geistig abnorme Rechtsbrecher Außerordentliches zu leisten ist, vorab über die gloriose Parkplatz-Idee zu informieren, zeugt von Abgehobenheit. Was bleiben wird, sind jedenfalls wieder ein paar Nicht- oder Protestwähler mehr. Credo: Die da oben sch… uns eh nur auf den Schädel.