Wegschauen bringt nichts. Sandra Frank über Integration, die zugelassen werden muss.

Von Sandra Frank. Erstellt am 21. September 2016 (05:05)

„Kein Zaun wird die Flüchtlinge aufhalten, sondern nur die Beendigung des Krieges.“ Bei diesen Worten, ausgesprochen vom Religionssoziologen Paul Zulehner, ging am Montagabend zustimmendes Nicken durch den vollen Hollabrunner Stadtsaal.

Den Krieg in Syrien, oder wo auch immer in der Welt, werden nicht die Hollabrunner beenden können. Was sie aber können, das ist – und das zeigte sich zweifellos in den strahlenden Gesichtern der Flüchtlinge –, jenen Menschen unter die Arme zu greifen und Hoffnung zu geben, die bereits hier sind.

Es ist nicht immer einfach, das geben auch die Freiwilligen zu. Nicht nur deswegen, weil verschiedene Sprachen und Lebensweisen aufeinandertreffen, sondern auch, weil zu wenige Freiwillige zu viel zu tun haben. Trotzdem machen sie mit viel Herzlichkeit weiter, motivieren andere, ebenfalls zu helfen. Warum? Weil sie erkannt haben, dass den Menschen hier vor Ort geholfen werden muss. Weil Integration eben auch nur dann funktionieren kann, wenn „die Unsrigen“ bereit sind, diese zuzulassen.