Wir sind (Dorf-)Kaiser. Über ziemlich russisches Demokratieverständnis.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 23. September 2020 (05:18)

„Beschlussfassung zur weiteren Vorgangsweise beim Projekt Pfarrhof Zellerndorf“. Ein mögliches Kooperationsprojekt der Pfarre, die sich das geschichtsträchtige Gebäude nicht mehr allein leisten kann, mit der Gemeinde. Ein Projekt, das Steuergeld kosten würde. Rathaus und Betreutes Wohnen könnten hier Platz finden. Von der Pfarre wurde bereits eine Machbarkeitsstudie präsentiert. Spannend. Dass darüber berichtet wurde, wurde jedoch als Majestätsbeleidigung empfunden. Die weitere Beratung über dieses Projekt, das wohl von öffentlichem Interesse ist, wurde nun prompt in den nicht öffentlichen Teil der montägigen Gemeinderatssitzung verlegt. Geht schließlich das Volk nichts an, was da beschlossen wird.

Man kann sich überdies des Eindrucks nicht erwehren, dass es mitunter als Dreistigkeit empfunden wird, wenn die öffentliche Gemeinderatssitzung besucht wird. Zellerndorf ist da kein Einzelfall, das Demokratieverständnis einzelner Mandatare hingegen besorgniserregend.