Die Zukunft beginnt jetzt. Über die Transfers beim SC Retz.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 03. Juni 2020 (02:03)

Wenn es im Herbst – so es der Coronavirus zulässt – wieder losgeht mit der Meisterschaft, dann werden die Zuschauer am Retzer Sportplatz eine komplett neue Fußballmannschaft in den grün-weißen Trikots sehen.

Zumindest eine andere als in den erfolgreichen letzten vier Saisonen, in denen die Weinstädter immer um den Titel in der 1. Landesliga mitspielten.
Kapitän Weinwurm ist ebenso von Bord wie Stammtormann Kindl, (wahrscheinlich) Abwehrboss Anderle oder Spielmacher Weissensteiner. Dazu gibt es noch große Fragezeichen bei Top-Torjäger Schulmeister. Auf den ersten Blick (mögliche) Abgänge, die wohl kein Verein der Liga auch nur ansatzweise kompensieren kann. Auf den zweiten Blick aber auch eine Chance, endlich jenen Umbruch einzuleiten, der schon längst überfällig ist.

Wieso das? Weil es schon vor einem Jahr kein Geheimnis war, dass einige Leistungsträger aus privaten und beruflichen Gründen kürzertreten wollen bzw. müssen. Und andere Spieler in einem Alter sind, wo schon das Erhalten der Leistung eine enorme Herausforderung ist. Klar, es ist verständlich, an einer so erfolgreichen Mannschaft festzuhalten, birgt aber immer die Gefahr, die langfristige Zukunft aus den Augen zu verlieren.

Diese Gefahr besteht jetzt notgedrungen nicht mehr. Und ein Blick in die Vergangenheit sollte die Retzer beruhigen: Auch nach dem Regionalligaabstieg dauerte es ein bis zwei Jahre, bis sich eine neue Mannschaft fand. Aber diese war danach Stammgast in den vorderen Spitzenplätzen der Landesliga. Ein besseres Vorbild gibt es eigentlich nicht.