Ein Held aus der sechsten Reihe. Über ein Debüt im Handball, mit dem keiner rechnete.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 28. Oktober 2020 (00:43)

Solche Geschichten schreibt einfach nur der Sport: Andreas Stürzer vom UHC Hollabrunn ist eigentlich Handballtormann der 2. Landesligamannschaft, gab aber am Samstag ein nicht zu erwartendes Debüt in der 2. Bundesliga. Und zwar nicht in den letzten Minuten einer bedeutungslosen Partie gegen einen Nachzügler. Sondern im großen Schlagerspiel mit bis dato ungeschlagenen Leobnern.

Dabei spielte er nicht nur, sondern war lange Zeit ein absoluter Leistungsträger und trieb die Obersteirer zur Verzweiflung. Und ließ auch die lautstarken Anhänger auf der Tribüne verstummen, die noch beim Aufwärmen Stürzers wenig athletischen Körperbau mit spöttischen Kommentaren versahen. Es mag unglaublich wirken, dass der Tormann Nummer sechs in der Hollabrunner Hierarchie zu einem Matchwinner wurde – und folgerichtig MVP des Spiels.

Es passt aber zur Situation beim UHC, der seit Wochen mit dem Verletzungsteufel zu kämpfen hat. Aktuell geht es nur mit Leidenschaft und Herz zum Erfolg. Diese Attribute sind gefragter denn je. Ganz zu schweigen von den Ersatz- bzw. Ergänzungsspielern. Oder anders formuliert: In solchen Situationen werden Helden geboren. Helden wie Andreas Stürzer.