Konsequent bis zum Ende. Über das Aus von Trainer Robert Haas beim SC Retz.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 24. Juni 2020 (02:52)

Als Robert Haas im Sommer 2019 als Trainer zum SC Retz kam, eilte ihm der Ruf voraus ein erfolgreicher, aber auch sehr fordernder und konse quenter Coach zu sein. Diese Eigenschaften waren in der Weinstadt von Anfang an zu beobachten: Egal ob in der Kaderplanung, Training, Match oder beim gesamten Rundherum – an Engagement, Ideen und Einsatz mangelte es Haas nie. Dafür des Öfteren an den Möglichkeiten des Vereins.

Dennoch zog eine neue Art von Profes sionalität am Retzer Sportplatz ein. Dass diese nicht von allen Seiten goutiert wurde, ist zwar wenig verwunderlich bei so einem Wohlfühlverein wie Retz, für den Erfolg waren all diese Schritte aber wohl zwingend notwendig. Und wer in der Landes liga Herbstmeister wird und Tabellenführer beim Saisonabbruch war, der hat nicht nur Erfolg, sondern letztendlich auch Recht.

Dass er jetzt das Handtuch warf, obwohl die Vorbereitung auf die neue Saison noch nicht gestartet ist, passt genauso gut zu Haas und seinem konsequenten Handeln. Er bekam in den letzten Wochen immer mehr den Eindruck, dass der Spagat zwischen seinen Erwartungen, Forderungen und Notwendigkeiten und jenen des Vereins immer größer wurde. Aufgrund der vielen Abgänge und fehlenden (adäquaten) Neuzugänge beschlich ihn immer mehr ein schlechteres Gefühl. Damit konnte und wollte er sich nicht mehr zufriedengeben. Mit der Betonung, dass es keine Entscheidung gegen Retz, sondern für ihn war, unterstrich er einmal mehr – und in diesem Fall auch zum Abschied – sein konsequentes Handeln.