So macht man sich viel kaputt. Über den Eklat bei den Hollabrunner Handballern.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 12. Februar 2020 (02:30)

Eigentlich sollten die sportlichen Schlagzeilen dominieren nach dem gelungenen Jahresauftakt beim UHC Hollabrunn – mit zwei Meisterschaftssiegen und einem respektablen Cup auftritt gegen HLA-Champion Krems. Doch alle reden nur vom Faustschlag des Vöslauers Augustas Strazdas gegen Patrick Prokop am Samstag. Statt sich über den Derbysieg und Platz eins im Oberen Play-off der Handballbundesliga zu freuen, blickte man in fassungslose Gesichter. Auf beiden Seiten.

Dass ausgerechnet ein so erfahrener Spieler wie Strazdas komplett die Nerven hinschmiss und vor den Augen hunderter Fans so eine Tätlichkeit beging, lässt auch Tage später noch viele Fragen offen. Emotionen hin oder her, so ein Verhalten ist unentschuldbar. Gerade jetzt so kurz nach der Heim-EM, die so etwas wie eine neue Handball-Euphorie erzeugte. Unter anderem weil sich der Sport selbst – trotz seiner Härte und seines Tempos – die Attribute fair und friedlich an seine Fahnen heftet.

Klar, das war nur ein bedauerlicher Einzelfall, der Gott sei Dank nicht oft vorkommt. Aber es ist wieder mal bezeichnend, dass dieser Eklat erneut mehr mediale und öffentliche Wahrnehmung fand als der Sport selbst. Und das ist wahrlich nicht im Sinne des Erfinders.