So wird man nicht Meister. Über den SC Retz im Landesliga-Titelkampf.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 21. Oktober 2020 (00:23)

Das Positive vorneweg: Der SC Retz ist als einziges Team der 1. Landesliga weiter ohne eine Niederlage und ist auch nach dem 1:1 gegen Waidhofen/ Thaya nach Verlustpunkten noch immer Tabellenführer. Negativ: Gegen die Waldviertler schenkten die Weinstädter in der Nachspielzeit erneut zwei Punkte her. Wie schon gegen Kottingbrunn. Damit gab es in drei Heimspielen, auch gegen die Scheiblingkirchner, nur drei statt neun Punkte. In so einer ausgeglichenen Meisterschaft wie heuer zwar kein Drama, trotzdem mehr als ärgerlich.

Vor allem weil einmal mehr das Phrasenschwein bemüht werden muss: Wer solche Partien wie gegen Waidhofen nicht gewinnt, der wird auch nicht Meister. Das war von den Fans, Betreuern und Spielern nach dem Schlusspfiff gleichermaßen zu hören. Schon gar nicht in einer Spielzeit, die coronabedingt vielleicht nur nach einem Durchgang bzw. Hinrunde gewertet wird. Da ist dann jeder (verlorene) Punkt wichtig.

Deswegen gilt es zu verinnerlichen, dass nur 70 Prozent Konzentration oder Leistung gegen keinen Gegner reichen. Egal, wie schwach dieser auftritt. Die Vergangenheit sollte Retz gelehrt haben, dass ohne 100 Prozent in jedem Spiel am Ende jemand anderer am obersten Tabellenrang steht.