Wir sind keine Sportnation. Über die Probleme von Randsportarten.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 09. Januar 2020 (02:25)

2020 ist wieder ein Olympiajahr, im Juli/August finden in Tokio die Sommerspiele statt. Eines kann jetzt schon mit Sicherheit gesagt werden, das große Jammern wird nach deren Ende einsetzen, wenn die Medaillenausbeute so mager ausfallen wird wie zuletzt. Warum? Weil wir keine Sportnation sind, zumindest was den sogenannten Randsport angeht. Auch im Bezirk ist das deutlich zu sehen.

Zwei Beispiele: Die Volley- ball-Bundesligateams der SG Bisamberg/ Hollabrunn kämpfen um ihre Existenz, weil Fördergelder gestrichen werden. Und der Retzer Segler Daniel Mulley stößt schön langsam an seine finanziellen Grenzen im Kampf um ein Olympiaticket für 2024. Da passt es ins Bild, dass bei der am Donnerstag beginnenden Handball Heim-Euro nur zwei der drei Spiele der Österreicher auf ORF eins übertragen werden. Natürlich nur um 18.15, weil unmöglich im Hauptabendprogramm. Ist ja nur Handball.

Ganz im Gegensatz zum Ski-Weltcup, wo jedes Weltcuprennen aus dem hintersten Winkel Nordamerikas stundenlang live übertragen wird. Klar, das Interesse ist hier am größten. Aber dann sollten wir uns das scheinheilige Jammern über mangelnde Erfolge in vielen anderen Sportarten sparen. Denn wir wollen es ja nicht anders.