Gefährlicher Außenseiter. Bernd Dangl über die Transferpolitik des SC Retz.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 01. Februar 2017 (02:53)

Der SC Retz gefällt sich in der Rolle des Underdogs. Vorm Saisonstart gab‘s das Ziel, vorne mitzuspielen. Das ist vorerst gelungen. Auch in der Transferzeit blieb‘s lange ruhig, schien Friedrich Zandl, der nach Kreuzbandriss gerade erst wieder ins Training einstieg, der einzige Neuzugang zu bleiben. „Sollen die anderen doch einkaufen – wir sind auch so stark genug“, lautete oftmals die Devise in Richtung Titelkonkurrenz.

Dass der Traum vom Aufstieg aber insgeheim doch lebt und das nach außen getragene Understatement intern anscheinend doch anders interpretiert wird, beweist die Tatsache, dass mit Matus Lacko ein Spieler aus der höchsten tschechischen Liga verpflichtet wurde. Der kam sicher nicht nur, weil man Jiri Zifcak – der im Herbst angesichts der Ergebnisse dem Team sowieso nicht abging – gefeuert hat. Nein, Lacko ist da, weil Retz die Chance wittert, mit einer bereits intakten Mannschaft und dezenten Drehungen an gewissen Rädchen bzw. Positionen am Ende die Nummer eins zu sein.

Dazu gehört aber auch Glück. Zum Beispiel, dass die Vorbereitung halbwegs normal abläuft. Noch einmal so ein Verletzungspech wie vor exakt einem Jahr, als sich ein Stammspieler nach dem anderen verabschiedete, braucht diesmal keiner. Denn dann wäre der Titeltraum schon vorzeitig geplatzt.