Ziersdorf geht jetzt „All-In“. Über die Transferpolitik des 1. Klasse-Vereins.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 15. Januar 2020 (02:19)

Fünf Punkte fehlen dem SV Ziersdorf auf das rettende Ufer in der 1. Klasse Nordwest-Mitte. Mit der Entscheidung, sich von allen drei Tschechen zu trennen, geht man ein hohes Risiko. Auch wenn vor allem Jan Hromek und David Steiner nicht immer gut fürs Binnenklima waren, Steiners Torquote wird nur schwer zu erreichen sein – egal, wer sein Nachfolger wird.
Im Gegenzug zwei neue, in Österreich unbekannte Slowaken zu holen, plus weitere Neue in der Pipeline – da geht man jetzt aufs Ganze. Das erinnert ans Pokern, wenn ein Spieler „All In“ geht, seine verbliebenen Chips in die Mitte schiebt, um die Wende zu schaffen.

Auf dem Papier sollten diese Spieler stark genug sein, um den Ziersdorfern neue Impulse zu geben, aber in der Praxis bleiben einige Fragen offen: Wie schnell findet sich diese dann komplett neue Mannschaft? Wie sehr kann der Herbst in der kurzen Zeit zwischen Vorbereitungs- und Frühjahrsstart vergessen gemacht werden? Und was bedeutet dieser Umbruch langfristig für den Verein? Denn geht das Experiment mit den Neuzugängen schief, dann droht im Sommer ein Neuanfang. Dann wären all diese Transfers, um gleich in der Pokersprache zu bleiben, nur ein großer „Bluff“ gewesen.