Konkrete Wünsche für Nordwestbahn. SPÖ/FPÖ-Vorschläge / Lokalpolitiker präsentierten bei Fahrplandialog, wie Verbesserungen aussehen könnten.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 29. April 2014 (09:06)
NOEN, Archiv
Die Nordwestbahn-Strecke zwischen Wien und Retz bzw. Retzbach hat, was den Komfort betrifft, noch einige Luft nach oben. Jetzt gibt es wieder Gespräche für Verbesserungen. Foto: Archiv
Vertreter der Gemeinden Großmugl, Hausleiten, Unterretzbach, Langenzersdorf, Sierndorf und Hollabrunn waren beim letzten Fahrplandialog zur Nordwestbahn in Großmugl. Aus Hollabrunn waren FPÖ-Vorsitzender Christian Lausch, die SPÖ-Stadträte Jakob Raffel und Günter Schieder, SPÖ-Gemeinderat Josef Frank sowie Gemeinde-Verkehrsexperte Andreas Leeb vor Ort, um mit ÖBB, VOR (Verkehrsverbund Ost-Region) und Regionalmanagement über die aktuelle Situation und mögliche Anliegen zu debattieren.

Hollabrunner FPÖ und SPÖ hatten sich im Vorfeld abgestimmt, um Anliegen und Lösungsvorschläge vorzubringen. „Üblicherweise wird immer nur gesagt, was nicht passt. Wir haben aber Lösungsvorschläge erarbeitet, die nicht aus der Luft gegriffen sind“, betont Raffel, selbst ÖBB-Bediensteter. Es sei darauf geachtet worden, ob die Ideen mit Kreuzungen und Garnituren tatsächlich durchführbar sind.

Durchgehender Takt und ein Zug nach 21 Uhr 

Gelöst werden sollen die Probleme, dass Pendler im R 2209 (Retz 5:10 Uhr, Hollabrunn 5:38 Uhr) und im R 2213 (Unterretzbach 6:10 Uhr, Retz 6:17 Uhr, Hollabrunn 6:44 Uhr) in Hollabrunn oft keinen Sitzplatz mehr bekommen. Die „Taktlücken“ am Vormittag (von Wien nach Hollabrunn) und zur Mittagszeit (von Retz/Hollabrunn nach Wien) sollen mit Regionalzügen geschlossen werden. Außerdem soll es am Abend (nach 21 Uhr) noch einen späteren Zug Richtung Wien geben.

„Wir haben gemeinsam diese Vorschläge an die ÖBB Personenverkehr AG weitergeleitet und werden diese notwendigen Verbesserungen für unsere Pendler in der Stadtgemeinde Hollabrunn und auch mit den betroffenen Gemeinden in Bezug auf finanzielle Beteiligung besprechen“, berichtet Stadtrat Raffel.

Ein Termin mit dem Bürgermeister Erwin Bernreiter und den ÖBB soll noch vor dem Sommer 2014 vereinbart werden. Jetzt gehe es darum, die ÖBB-Planer von der mit Arbeit verbundenen Umplanung zu überzeugen, so Raffel. Von den Bundesbahnen habe es bereits eine Rückmeldung gegeben. Vor dem Sommer soll es eine Stellungnahme geben, welche Vorschläge realisierbar sind.

„Wir hoffen, dass bereits mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 erste Anpassungen möglich sein werden“, erklärt Gemeinderat Lausch. „Zusätzliche Angebote für unsere Pendlerinnen und Pendler unserer Region sind uns besondere Anliegen“, betont Raffel.
 


Die Vorschläge von SPÖ & FPÖ

R 2209 ab Retz 5:17 Uhr in Verkehr setzen und ab Hollabrunn 5:44 Uhr – im üblichen Takt des gesamten Tages führen;

S 3, Zug 29267 ab Hollabrunn bisher 5:43 Uhr erst um 5:49 Uhr;

R 2211 ab Retz 5:30 Uhr und ab Hollabrunn 5:58 Uhr von der bisherigen Fahrzeit durch Weglassen von Aufenthalten beschleunigen – Entlastungszug für R 2209, wenn die Fahrzeit attraktiv gestaltet wird;

bisherige S 7, Zug 27283 nach Wolfsthal – ab Retz 5:52 Uhr bzw. ab Hollabrunn 6:20 Uhr zukünftig als übliche 5-teilige Doppelstockgarnitur und beschleunigt in Verkehr setzen (Vorzug zur Entlastung für R2213) + Weglassen von Aufenthalten, Fahrzeit ähnlich R 2213, attraktiv für Fahrgäste, z.B.: ab Retz 5:57 oder 6:10 Uhr bzw. ab Hollabrunn 6:25 bzw. 6:36 Uhr;

ab Wien-Floridsdorf z.B. ab 22:10 Uhr ein zusätzliches Zugsangebot führen (z.B. Einfachgarnitur von bisheriger Doppelgarnitur R2268, diesen Zug dann ebenfalls als Einfachgarnitur führen);

zusätzlich ab Retz 11:17 Uhr bzw. ab Hollabrunn 11:44 Uhr Regionalzug als geschlossenes Taktverkehrsangebot anbieten;

zusätzlich ab Wien-Floridsdorf um 9:10 Uhr bzw. ab Hollabrunn 9:44 Uhr Regionalzug als geschlossenes Taktverkehrsangebot anbieten;

zusätzlich ab Retz um 21:17 Uhr bzw. ab Hollabrunn 21:44 Uhr Regionalzug als zusätzliches Taktverkehrsangebot anbieten.