„Keine große Nikolofeier“ im Bezirk Hollabrunn. Viele wollen nicht auf den Heiligen Nikolaus verzichten und überlegten sich kreative Alternativen.

Von Romana Schuler und Franz Enzmann. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:52)
Nikolausfahrt beim Adventtreff in Hadres – ein Bild aus dem Vorjahr, als der Nikolaus noch alle empfangen durfte.
Romana Schuler

Weil heuer alles anders ist, wird auch der Nikolaustag in den Pfarren und Gemeinden anders als gewohnt gefeiert.

„Der 6. Dezember fällt noch in die Zeit des Lockdowns, deswegen haben wir beschlossen, heuer keine Nikolausfeier zu organisieren“, berichtet Pfarrer Janusz Linke, der die vier Gemeinden Hadres, Obritz, Untermarkersdorf und Seefeld-Kadolz betreut. Daniel Österreicher hat viele Jahre den Begleiter des Nikolaus, den Krampus, gespielt. „Seit einigen Jahren ist die Nachfrage in privaten Haushalten stark zurückgegangen“, erzählt Österreicher, „und daher habe ich nur noch beim Hadreser Adventtreff mitgemacht. Heuer ist auch der abgesagt worden.“

„Die Kinder können zu bestimmten Zeiten in die Pfarrkirchen kommen, die von mir betreut werden.“ Pfarrer Placidus Leeb will nicht auf den Nikolaus-Besuch verzichten.

Placidus Leeb ist seit 1. September Dechant. Er will in Haugsdorf, Pfaffendorf, Jetzelsdorf und Alberndorf auf den vorweihnachtlichen Nikolaus-Besuch bei den Kindern nicht verzichten: „Es gibt keine große Feier, aber die Kinder können zu bestimmten Zeiten in die jeweilige Pfarrkirche der Gemeinden kommen, die von mir betreut werden.“ Dort erhalten sie einen Text mit der Geschichte über den Nikolaus und bekommen ein Bild und kleine Geschenke.

Schließlich sei der heilige Nikolaus ein Symbol für die Hilfe für Arme und Kranke; und „das sollte man auch in schwierigen Zeiten nicht vergessen.“ So hat Leeb trotz Corona nach Lösungen gesucht, damit der alte Brauch – zur Freude aller Kinder – nicht ganz ausfallen muss.

Die junge Volkspartei Hadres startete spontan einen „Lieferservice für Kinder vom Nikolaus“. Alle Kinder sollen beschenkt werden, wenn sie ein Bild vom Nikolaus malen, mit Namen und Adresse versehen und es bis spätestens 4. Dezember, 18 Uhr in den Weihnachtsbriefkasten auf der Plakatwand neben dem Feuerwehrhaus einwerfen. Dann kommt der „Nikolaus-Service“ mit kleinen Geschenken, die vor den Haustüren abgelegt werden.

Wer malt, der bekommt ein kleines Geschenk

„Beworben wurde die Aktion nur über Social Media, und bei der Verteilung der Geschenke werden wir die Corona-Maßnahmen selbstverständlich einhalten“, erklären die beiden Mitorganisatoren und Obmann-Stellvertreter Matthias Neubauer und Anna Toifl. Der Hadreser Bestatter Josef Schwankhart beschloss spontan, diese Initiative der JVP zu unterstützen.

Diese Aktion gibt es auch in der Weinstadt Retz: Wer bis 2. Dezember eine Zeichnung beim Stadtamt abgibt, erhält am 6. Dezember eine kleine Überraschung vor seiner Haus- oder Wohnungstür. „Natürlich alles kontaktlos, wie es die Corona-Verordnung vorschreibt“, betonen die Verantwortlichen.

Der Nikolaus wird heuer in der Pfarre Göllersdorf wie gewohnt am 6. Dezember unterwegs sein. Wer möchte, dass er vorbeikommt, kann sich in der Pfarrkanzlei melden. Wer seine Daten sowie Vornamen der Kinder hinterlässt, darf sich über einen Gruß vom Nikolaus freuen, den dieser vor die Tür bringt.

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