Regionenshop: „System ist flexibel“. Erste Kritik kurz nach der Neueröffnung in Hollabrunn: Heimische Winzer seien zu wenig präsent. Katschnig: „Es hat nicht funktioniert.“

Von Sandra Frank und Jenny Hochmayer. Erstellt am 07. September 2016 (04:00)
NOEN, Jenny Hochmayer
Amüsierten sich bei der Eröffnung des Regionenshops (v.l.): Helga Reinisch, Peter Loy, Fritz Zahnt, Elke Stifter, Sascha Bauer, Alfred Babinsky, Kornelius Schneider, Sophie Lammerhuber, Joe Beyer, Julia Altenburger, Norbert Koch, Leopold Maschl, Daniela Kyncl, Julia Katschnig, Erwin Bernreiter und Jürgen Recher.

Der Regionenshop öffnete vergangene Woche wieder seine Pforten. Kaum war es so weit, gab es auch schon erste Unkenrufe. Der Grund: das Sortiment.

Herkunft der Weine Kritikpunkt

„Ich hab’ das Konzept des Regionenshops so verstanden, dass die Region gestärkt werden soll“, sagt Winzer Martin Mitterhauser. Der Pucher ist mit seinen Weinen im Shop vertreten, vermisst aber Winzerkollegen aus anderen Katastralgemeinden. „Ich hab’ wirklich nichts gegen Winzer aus Röschitz oder Wullersdorf.“

Doch bei der Präsenz im Regionenshop sollten seiner Meinung nach die Winzer der Stadtgemeinde und deren Katastralgemeinden Vorrang haben. Diesen Kritikpunkt vernahm er von einigen Kollegen. Nicht nur er sehe das aktuelle Sortiment kritisch.

„Ich werd’ nicht ein Konzept übernehmen, das so nicht funktioniert hat“, kontert Geschäftsführerin Julia Katschnig. Die neue Stadtmarketing-Chefin will mit dem Regionenshop eine Vinothek etablieren, die mit dem Weinquartier oder dem Althof in Retz in Konkurrenz treten kann. „Und da muss ich bestehen können.“ Die Weine seien sehr wohl aus der Region, sagt Katschnig. „Und mit Region meine ich das westliche Weinviertel“, stellt sie klar.

Warme Mittagsgerichte in Planung

Die Liste der Weine, die es im Regionenshop gibt, ist saisonal bestimmt, mit monatlichen Schwerpunkten. „Das System ist flexibel, offen und darf sich gern weiterentwickeln“, sind die Türen für neue Winzer keinesfalls verschlossen.

Die Kritikpunkte kamen der Stadtmanagerin bereits vor der Eröffnung des Regionenshops zu Ohren, der guten Stimmung bei der Neueröffnung tat das aber keinen Abbruch. Ausgewählte Weine, kleine Häppchen und Live-Musik von David Wedenig und Simon Vith von der Gruppe „Les Buckel Kombo“ sorgten für ein gemütliches Beisammensein.

Katschnig und Sophie Lammerhuber vom Regionenshop wollen das kulinarische Angebot erweitern, darum gibt’s nun auch ein Bistro mit kleiner Karte. Alle Produkte stammen dem Konzept entsprechend aus der Region. „In Planung ist auch, unseren Gästen künftig zu Mittag warme Tagesgerichte anzubieten“, so Lammerhuber.