Kunstraum Retz macht Finissage zur Vernissage. Der Kunstraum Retz setzt seit Montag auf Soft-Opening und macht die Finissage zur Vernissage. Ab 18. Mai können Besucher hier wieder ein Stück Kultur erleben. Die NÖN hat dazu mit Co-Founderin Ida-Marie Corell gesprochen.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 17. Mai 2020 (17:32)
Kunstraum Retz

Der Kunstraum Retz zeigt in einer Art Soft-Opening die Ausstellung „FOLLOW“ der Künstlerinnen Julia Rublow, und Alice von Alten. Die Arbeiten werden bis zum 5. Juli sowohl von außen als auch von innen (nach persönlicher Terminvereinbarung unter www.kunstraumretz.com) zu sehen sein. 

Die Künstlerinnen untersuchen in ihrer gemeinsamen Arbeit beherrschte Naturräume sowie fiktive Orte und Landschaften. „Die wechselseitige Beziehung zwischen Mensch und Natur wirft Fragen nach Orientierung, Kontrolle und Identität auf“, wie es in der Ausstellungsankündigung heißt. Begleitend entsteht ein Artist Book in Kollaboration mit Magdalena Stöger.

Ida-Marie Corell als Co-Foundering des Kunstraums bricht notgedrungen auch mit den üblichen Usancen. „FOLLOW“ wird nicht, wie gewohnt, mit einer Vernissage eröffnet, sondern mit einer Artist-Book-Launch-Finissage am 4. Juli (ab 16 Uhr) gefeiert. Natürlich verbunden mit der Hoffnung, dass dann wieder ein unkomplizierteres Miteinander möglich ist.

"Spur unter Neuschnee verschwunden"

Zum Neustart hat die NÖN bei Ida-Marie Corell nachgefragt, welche Perspektive sich für den Kunstraum mit der Post-Corona Zeit verbindet.

NÖN: Welche Erwartungen haben Sie an die Wiedereröffnung? 

Ida-Marie Corell: Wir lüften erstmal die Vorhänge und tasten uns so an eine Post-Corona-Zeit heran. Die Wiedereröffnung wird dann hoffentlich öffentlich und mit sozialer Nähe mit der Artist-Book-Launch-Finissage gefeiert.

Wie schätzen Sie den „Hunger“ auf Kunst bei Ihrem Publikum ein? 

Corell: Schon beim Aufbau war zu merken, dass großer „Hunger“ auf Kunst = Mensch besteht. Kunst ist ja unmittelbar mit sozialer und menschlicher Kommunikation verbunden, die ja besonders in den letzten Monaten gelitten hat.

Welche Spuren hat Corona am Kunstraum Retz hinterlassen? 

Corell: Es wirkt momentan so, als ob unsere Spur eher wie unter Neuschnee verschwunden ist und wir jetzt eine Piste vor uns haben, die wir neu entdecken müssen.