Outdoor-Tage für starke Mädchen. Mit einem Programm in der Natur wollen zwei Trainerinnen Jugendliche in der Pubertät stärken.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 03. August 2019 (07:13)
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Selbstbewusstsein und Stärke sollen die Mädchen in der Natur schöpfen. Durch spielerische Übungen sollen sie das passende Rüstzeug auch für den späteren Alltag bekommen.

„Mädchen brauchen Rückenstärkung, vor allem in der Pubertät“, weiß Sozialpädagogin Sophie Bernet. Der heilsame Raum der Natur könne ihnen dabei helfen, ihr Selbstvertrauen zu stärken. Gemeinsam mit der psychologischen Beraterin Ursula Sova hat die angehende Nationalpark-Rangerin daher ein präventives Outdoor-Angebot entwickelt, wodurch Mädchen wieder Boden unter den Füßen finden sollen.

„Noch heute fühlen sich Mädchen immer wieder an den Rand gedrängt, zweifeln an sich selbst und trauen sich nicht viel zu“, weiß Bernet. Vor allem mit Eintritt in die Pubertät sei bei vielen Mädchen zu erleben, dass sie an Selbstvertrauen verlieren und aufhören, sich kompetent und sicher zu fühlen. Bei manchen gehe das sogar so weit, dass sie sich selbst verletzen – zum Beispiel durch Ritzen – oder in Drogen flüchten.

„Noch heute fühlen sich Mädchen an den Rand gedrängt, zweifeln an sich und trauen sich nicht viel zu.“ Sozialpädagogin Sophie Bernet

Gleichzeitig fehle in der heutigen schnelllebigen Zeit die Verbundenheit mit der Natur. Viele gehen kaum je in den Wald und verbringen gleichzeitig sehr viel Zeit vor dem Handy oder Computer. Diese Abkoppelung von der Natur habe gewaltige Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder. Sie würden dadurch leichter unter psychischen Störungen, ADHS, Burn-Out oder Konzentrationsschwäche leiden.

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Die Naturerlebnis-Trainerinnen Ursula Sova (l.) und Sophie Bernet bieten im Nationalpark Thayatal ein Outdoor-Programm ausschließlich für Mädchen an.

Mit dem präventiven Outdoor-Projekt „Mädchenkraft – gemeinsam ins Vertrauen gehen“ wollen die Naturerlebnis-Trainerinnen deshalb Mädchen zwischen zwölf und 16 Jahren die Möglichkeit geben, ihre Talente und Träume zu erforschen und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Vier Tage und drei Nächte verbringen diese gemeinsam mit den zwei Trainerinnen im Wildkatzen-Camp im Nationalpark Thayatal. Dort lernen sie unter anderem Fertigkeiten wie Feuer machen und essbare Pflanzen erkennen. In der gemütlichen Unterkunft am Waldrand wird gemeinsam gekocht, gespielt und geschlafen.

Konzentration auf sich selbst

Ein Ziel von Bernets Arbeit sei es, Mädchen einen Rahmen zu bieten, in dem sie ungestört zur Ruhe kommen – unabhängig davon, ob Burschen sie gerade „süß, cool oder chillig“ finden. Das „Girls only“-Konzept sei eine Möglichkeit für die Mädchen, sich auf sich zu konzentrieren, ohne sich mit äußeren Bewertungen zu befassen.

Neben den positiven Erfahrungen soll das Projekt den Teilnehmerinnen auch Spaß machen und nachhaltig förderlich wirken. So sind viele Methoden in Spiele verpackt, welche das Selbstvertrauen stärken sollen. Denn ein gutes Selbstvertrauen sei nicht zuletzt eine gute Vorbeugung gegen Dummheiten, die man in der Welt manchmal macht, beim Versuch, sich aus Unsicherheit beliebt zu machen.