AMS Hollabrunn rechnete 21,7 Millionen Euro ab. Die Kurzarbeit von 3.300 Beschäftigten in 416 Betrieben mit einer gesamten Bewilligungssumme von 21,7 Millionen Euro ist die größte arbeitsmarktpolitische Intervention im Bezirk Hollabrunn in den letzten Jahrzehnten. „Binnen weniger Wochen war damit im Arbeitsmarktservice eine Herkulesaufgabe zu bewältigen“, sagt Hollabrunns AMS-Geschäftsstellenleiter Josef Mukstadt.

Von Red. Hollabrunn. Erstellt am 31. Mai 2020 (13:20)
Viel Licht und Schatten gibt es derzeit am Arbeitsmarkt. Das spiegelt sich auch am Foto mit Hollabrunns AMS-Chef Josef Mukstadt wider.
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Vielen Menschen sei damit nach dem Covid-19-Lockdown die Arbeitslosigkeit erspart geblieben, die Lohnfortzahlung betrug bis zu 90 Prozent, Stammpersonal konnte in Firmen gehalten werden. 

„Durch den enormen Einsatz der Mitarbeiter sind alle Kurzarbeitsbeihilfen bis auf einige wenige unvollständige oder neue Anträge genehmigt“, ist Mukstadt stolz auf sein Team. Mittlerweile hat die Abrechnungsphase begonnen und es stehen Verlängerungsanträge an.  

Oft war mehr zu tun, als angenommen

Mit der Kurzarbeit bewegten sich alle auf völlig neuem Terrain. Für die Festlegung der Ausfallzeiten im Antrag wurde häufig das Höchstmaß von 90 Prozent angegeben. „Das entsprach der AMS-Empfehlung, eher mehr als weniger Stunden anzunehmen“, erklärt Mukstadt.

Denn schließlich könne das endgültige Ausmaß der Kurzarbeit im dreimonatigen Durchrechnungszeitraum mit Zwischenabrechnungen zwar reduziert, aber nicht ausgeweitet werden. Das mache die Kurzarbeit zu einem sehr flexiblen Instrument, welches die jeweiligen Beschäftigungsmöglichkeiten berücksichtigt: Das Unternehmen übernimmt die Lohnkosten für die tatsächlich geleistete Arbeit, das AMS die Aufzahlung zur einkommensabhängigen Lohnnettoersatzrate (80, 85 oder 90 Prozent).

Aus den Zwischenabrechnungen sei erkennbar geworden, dass es in systemerhaltenden Betrieben vielfach mehr zu tun gab, als ursprünglich angenommen wurde. Dementsprechend seien weniger Ausfallstunden abgerechnet worden. „In Einzelfällen ergab es sich, dass in bestimmten Zeiträumen voll gearbeitet, daher keine Kurzarbeit abgerechnet und das volle Gehalt bezahlt wurde“, erläutert der AMS-Chef, der zugibt: „Das ist für viele mit der Materie weniger vertraute Menschen nicht leicht  nachvollziehbar.“

"Missbrauch ist kein Kavaliersdelikt"

In Zusammenhang mit der Abwicklung von Kurzarbeit gebe es viele Fragen und großes Bemühen von Unternehmen, alles richtig zu machen. Fehler, die korrigiert werden müssen, seien nicht ausgeschlossen. „Es gibt ein sehr gutes Einvernehmen mit den Betrieben und wir gehen davon aus, dass die Zwischenabrechnungen korrekt erfolgen“, betont Mukstadt und stellt gleichzeitig klar: „Bewusster Fördermissbrauch ist kein Kavaliersdelikt und wir leiten jeden Verdacht zur Prüfung weiter.“ 

In erster Linie sehe sich das AMS jedoch als Dienstleistungsunternehmen, welches Betriebe und Beschäftigte gemeinsam mit Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer bestmöglich bei der Abwicklung von Kurzarbeit unterstützt.