Stand beim S3-Ausbau: Die Dämme sinken wieder ab. Immer mehr lässt sich von der Trasse erahnen. Die nächsten von gesamt 19 Brücken sind in Bau.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 13. März 2019 (04:20)
Christoph Reiterer
Blick von der Brücke über die Nordwestbahn im Bereich Wullersdorf in Richtung Süden. „Heuer ist ein Jahr, in dem man viel Einsatz sieht“, sagt Projektleiter Christian Siebenhofer. Der Flächenbedarf – etwa bei der Unterführung der L 35 – wird übrigens nach zwei Richtungsfahrbahnen ausgelegt. Die derzeit gesperrte Nexenhofstraße wird noch heuer wieder geöffnet. Mit der Spange Guntersdorf wird voraussichtlich im Sommer 2020 gestartet.

Die Trasse lässt sich befahren und es stehen sogar schon Verkehrsschilder auf dem neuen Abschnitt der S 3, der von Hollabrunn-Nord bis Guntersdorf führt. Doch die Insassen im Mitsubishi-Pick-up werden ordentlich durchgeschüttelt auf dem lehmigen Untergrund. Nein, für „normale“ Verkehrsteilnehmer ist das noch nichts. Doch der Bau der Schnellstraße schreitet zügig voran.

„Halbe Million Kubikmeter an Material bisher bewegt“

Nach der Fertigstellung der beiden Brückenobjekte über die Nordwestbahn im Bereich Wullersdorf wurde nun mit dem Brückenbau in den Anschlussstellen Wullersdorf sowie Hollabrunn-Nord gestartet. Projektleiter Christian Siebenhofer erklärt, warum die großen, unübersehbaren Schüttungen, die an Dünen in der Sahara erinnern, jetzt wieder abgetragen werden. „Manche denken vielleicht, die wissen nicht, was sie tun“, schmunzelt er.

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Mit diesem mächtigen Gerät werden die Pfähle für die Brücken im Boden versenkt. Sie haben einen Durchmesser von 90 Zentimeter und bringen es aneinandergereiht auf eine Länge von fast 7,5 Kilometern. Etwa 17 Meter tief werden sie in den Boden gedreht. 57 Pfähle sind für eine Brücke erforderlich. Pro Tag sind sechs zu schaffen.

Die Dämme im Bereich der künftigen Brücken, sogenannte Vorlastschüttungen, dienen der Verdichtung des Bodens, der sich durch die Last in drei bis fünf Monaten um knapp 30 Zentimeter senkt. Um diesen Vorgang zu beschleunigen, wurden die Dämme um zwei Meter höher als das Niveau der künftigen Straße gebaut. Klingen die Setzungen ab, werden die Dämme wieder abgetragen. „Bis dato haben wir schon eine halbe Million Kubikmeter an Material in diesem Baulos bewegt“, schildert Siebenhofer.

Beeindruckende Dimensionen bietet auch die Herstellung der insgesamt 19 Brücken. Sie stehen auf 522 Bohrpfählen, die mit 80 Tonnen schweren Spezialgeräten hergestellt werden.

Fertigstellung laut Asfinag im November 2020

Im April wird mit den Arbeiten an der Straßenentwässerung begonnen. Im Betrieb werden alle Regenwässer über Kanäle in Auffangbecken geleitet. Dort werden sie gereinigt und danach in den Göllersbach eingeleitet. 23,5 Kilometer Rohrleitungen sind im elf Kilometer langen Straßenabschnitt von Hollabrunn bis Göllersdorf dafür erforderlich.

Derzeit sind rund 35 Arbeiter auf der S 3-Baustelle beschäftigt. In der Spitzenphase werden rund 60 Leute hier beschäftigt sein. Mit der Fertigstellung des 106-Millionen-Euro-Projekts rechnet die Asfinag im November 2020. Lediglich der Abschnitt „Hollabrunn-Nord“, wo derzeit eine Ampel die Kreuzung von B 303, Umfahrung und Hollabrunner Gewerbegebiet regelt, wird schon früher freigegeben werden.

Für Anliegen rund um das Projekt wurde von der Asfinag übrigens auch eine Ombudsstelle eingerichtet. Diese ist unter 0664-88753983 oder via E-Mail an s3@asfinag.at erreichbar.