Retz, Stockerau: Wo Corona eine Hilfe war . Justin Stockerer aus der HLT Retz will Vernetzung der Tourismusschulen forcieren.

Von Red. Hollabrunn. Erstellt am 24. Juli 2020 (03:36)
Neo-Landesschulsprecher JustinStockerer ist in Stockerau zu Hause: „In Stockerau auf den NamenStockerer Pizza bestellen, kann der Horror sein“, schmunzelt er.
Antonia Hotter

Kurz vor Ferienbeginn wurde Justin Stockerer von der HLT Retz zum Landesschulsprecher der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) gewählt. „Wir haben uns über Monate hinweg auf die Wahl vorbereitet“, erzählt er im NÖN-Gespräch. „Wir“, das sind er und sein Team „Fortissimo“ von der ÖVP-nahen Schülerunion.

Im Zuge der Wahl hat er sich mit zahlreichen Schulsprechern unterhalten: über ihre Wünsche, ihre Vorstellungen, ihre Erfahrungen. Dabei war der 19-Jährige selbst schon auf verschiedenen Schulen. Die Unterstufe hat der gebürtige Wiener in Wien absolviert. Damals wagte Stockerer den ersten Schritt in die Schulpolitik: als Unterstufenschulsprecher.

Von Wien nach Retz mit Zwischenstopp

Anschließend wechselte er auf eine Wiener Kindergartenschule. Lange blieb er dort nicht: „Als sie mir gesagt haben, dass eine einzige falsche Entscheidung das Leben eines Kindes zerstören kann, wusste ich, dass ich diese Verantwortung nicht übernehmen will.“ Sein Weg führte also auf die HLT Retz, eine Tourismusschule. Justin Stockerer – der Name ist sozusagen Programm – ist damals nach Stockerau übersiedelt. Das sei zwar noch immer ein langer Schulweg, meint er, aber zu bewältigen.

Sein Verantwortungsbewusstsein bringt Justin Stockerer lieber in der Bildungspolitik zum Ausdruck. Im vergangenen Schuljahr war er Schulsprecher der Retzer Tourismusschule und hat sich unter anderem für mehr Digitalisierung im Schulalltag starkgemacht. Corona war ihm in dieser Hinsicht hilfreich: „Plötzlich wurde innerhalb von vier Wochen alles umgesetzt, wofür wir monatelang plädiert haben“, berichtet er. Jetzt sei es wichtig, dass der digitale Fokus erhalten bleibt.

Der Wahlkampf fiel direkt mit der Corona-Pandemie zusammen. Stockerer nahm das gelassen hin und organisierte diverse Webinare über Zoom, bei denen alle interessierten Schüler teilnehmen konnten. Das Programm umfasste Expertenvorträge ebenso wie Gesellschaftsspiele.

Die Opposition, die SPÖ-nahe „Aktion kritischer Schüler_innen“, war im Wahlkampf weniger präsent. Das bedauert Stockerer. Er wünsche sich mehr Engagement von der anderen Seite, denn nur durch ein umfassendes Meinungsspektrum könne man konstruktive Bildungspolitik betreiben.

Jetzt freue er sich aber auf eine spannende Amtszeit. Ein besonderes Anliegen ist ihm die bessere Vernetzung der vier niederösterreichischen Tourismusschulen, unter denen ein beständiger Wettbewerb um bessere Noten herrscht. Das liege zwar in erster Linie an den Direktoren, aber auch unter den Schülern bestünde Aufholbedarf. Denn: „Die meisten wissen nicht einmal, wie die Schuluniformen der anderen ausschauen.“ Ein gemeinsames Event soll das ändern.