Niederfladnitz: Straße beim Teich brach weg. Die Teich-Eigentümerin muss eine Betonmauer errichten lassen, um den Damm zu schützen. Sie reagiert außerdem auf eine anonyme Beschwerde.

Von Franz Enzmann. Erstellt am 09. März 2021 (07:07)

In einem anonymen Schreiben, das der NÖN zugespielt wurde, werden Betonarbeiten auf der Wiese, fehlende Genehmigungen für einen Wintergarten beim Fischteich sowie Baggerarbeiten angeprangert, die dazu führten, dass die Straße nachgab und nun für längere Zeit gesperrt ist. Mails an die Behörde hätten nichts gebracht. Die NÖN setzte sich mit dem Bürgermeister und der Eigentümerin des Teiches in Verbindung.

Tatsache ist: Bei der von der Wasserrechtsbehörde angeordneten Ausbaggerung von Teichschlamm kam die Stützmauer der Straße ins Rutschen, wodurch Leitplanken und Asphaltteile der Straße in Mitleidenschaft gezogen wurden. Zu den Anschuldigungen, dass Baulichkeiten illegal errichtet oder erweitert wurden, erklärt der zuständige Bürgermeister Fritz Schechtner: „Das am Grundstück befindliche Gebäude wurde auf die Einhaltung der Bauordnung überprüft. Die Vorschriften müssen so wie für jeden Bürger natürlich auch in diesem Fall eingehalten und umgesetzt werden.“

Teiche sind Grundlage für ökologische Entwicklung

Sachverständige erteilten verschiedene Auflagen für die Sanierung des rund 100 Meter langen Straßenstücks. Unter anderem muss eine neue Stützmauer errichtet werden. Wie lange die umfangreichen Arbeiten dauern, ist noch fraglich.

Der Teich in Niederfladnitz neben der Straße in Richtung Merkersdorf ist eine von drei Teichanlagen in dieser Katastralgemeinde und hat einen natürlichen Zulauf sowie ein regelbares Abfluss-System. Diese Teiche seien neben den noch vorhandenen Wiesen und Biotopen eine wichtige Grundlage für die ökologische Entwicklung und Ausprägung des Kleinklimas in der Gegend. Darüber hinaus sind sie Lebensraum und Rückzugsort vieler Tierarten.

Eigentümerin ebenfalls „nicht erfreut“ über Ereignisse

„Der Teich an der Merkersdorfer Straße wird von Hobby- und Sportfischern gerne genützt, um neben dem Fischen auch die Natur genießen zu können – ein kleines Naherholungsgebiet für Einheimische, Ortsansässige und Gäste“, erklärt Schechtner. Ein Teich unterliege strengen Anforderungen und Auflagen der Wasserrechts- und Umweltbehörde, welche die nun stattfindenden Arbeiten begleitet.

„Vorweg möchten wir uns für die Umstände entschuldigen, auch wir sind über die Ereignisse nicht erfreut“, erklärt die Eigentümerin auf NÖN-Nachfrage. Falsch sei, dass die Wiese betoniert wurde. Vielmehr seien alte Waschbetonplatten durch Natursteinplatten ersetzt worden. Und der Vorbau zur rund 40 Jahre alten Hütte musste abgerissen werden, weil er schon arg mitgenommen war. Stattdessen wurde ein kleinerer Vorbau neu aufgestellt. „Nun können unsere Fischer wieder im Trockenen sitzen und brauchen keine Angst mehr zu haben, dass ihnen das Dach auf den Kopf fällt.“

Es stimme, dass die Behörde nach einer anonymen Anzeige aktiv wurde. Die Eigentümer warten auf den Bescheid, ob der nicht bewilligte Bauteil stehen bleiben darf.

Dass die Familie einen besonders guten Kontakt zur Behörde pflegt, wie anonym vorgehalten, stimme nicht. Aber: „Mit dem Kauf von einem Teich hat man auch Pflichten und Auflagen von der Behörde. Eine davon ist das Ausbaggern.“

„Keiner hat sich so erschreckt wie wir“

Auch die Kontrolle des über 100 Jahre alten Damms sei eine Auflage gewesen. Nachdem das Wasser abgelassen war, kamen ein Biber-Bau, Aushöhlungen und tiefe Ausschwemmungen zutage. „Keiner hat sich so erschreckt wie wir, als ein Teil vom Bankett brach“, berichtet die Eigentümerin.

Für die Errichtung der Dammmauer entstehen der Gemeinde keine Kosten. Und, an den anonymen Anzeiger gerichtet: „Wir erlauben uns, unser Geld in die Erhaltung der Natur sowie Tierwelt zu investieren, damit auch unsere Nachkommen diese genießen können. Bitte lassen Sie uns unsere Arbeiten fertigmachen und nehmen sie bitte davon Abstand, uns immer anonym anzuzeigen. Sollte ihnen noch etwas unklar sein, kommen sie vorbei, wir sind gerne für ein klärendes Gespräch bereit.“