Team Österreich Tafel rettet Essen in Retz vor Müll. Was in Supermärkten übrig bleibt, wird in Retz vom Roten Kreuz verteilt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 10. Mai 2019 (05:51)
Feißige Helfer der Team Österreich Tafel (v.l.): Edmund Prand, Heinz Kronberger, Heinz Leitner, Tomas Paichl, Hedwig Jäger, Manuel Eschner, Elisabeth Pleha, Helga Prand und Leopoldine Poindl.
Rotes Kreuz Retz

Samstagnachmittag – die letzten Einkäufe fürs Wochenende sind getätigt, die Regale der Märkte aber mit Brot, Milchprodukten, Obst und Gemüse noch gut gefüllt.

„Verwenden statt verschwenden“ ist daher das Motto der Team Österreich Tafel, die seit 2010 an 109 Ausgabestellen in ganz Österreich Lebensmittel an Menschen mit geringem Einkommen verteilt. Seit 2015 organisiert das Rote Kreuz das auch in Retz. Mitarbeiter sammeln an zwei Samstagen pro Monat die von den Supermärkten zur Verfügung gestellten Lebensmittel und Hygieneartikel ein.

2018: 746 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet

Neun Handelsbetriebe aus der Region helfen aktuell mit ihren Warenspenden der Retzer Team Österreich Tafel, zu helfen. 23 Freiwillige holen die Waren ab, die gewogen, kontrolliert und sortiert werden, um für eine möglichst gerechte Aufteilung zu sorgen. Im Vorjahr wurden dabei 746 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet, um fast 12.000 Kilogramm an Produkten zu verteilen.

Von der ersten Ausgabe an herrschte reges Interesse an diesem Angebot. Im Durchschnitt nutzten 2018 pro Ausgabe mehr als 20 Klienten diese Dienstleistung und holten für mehr als 60 Personen im gemeinsamen Haushalt die Lebensmittel und Hygieneartikel ab. Es sind Menschen, die am Existenzminimum leben und über die Unterstützung sehr dankbar sind.

Österreichweit konnten mehr als zwölf Millionen Kilogramm Lebensmittel weitergegeben und somit vor dem Müll gerettet werden.

EU will Überproduktion um ein Drittel mindern

60 Millionen Tonnen – diese unfassbare Menge an Lebensmitteln wird innerhalb der EU Jahr für Jahr weggeworfen. Die Europäische Union hat sich daher bis 2025 das Ziel gesetzt, die „Lebensmittelmüll“-Produktion um 30 Prozent zu senken.

Die Tafel Retz leistet schon jetzt einen wichtigen Beitrag dazu. Aber auch jeder einzelne Konsument kann etwas bewirken. „Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist kein Verfallsdatum“, erzählt Lukas Felzmann, Leiter der Gesundheits- und Sozialen Dienste an der Rotkreuz-Bezirksstelle Retz. Die Angabe sage wenig aus, wie lange man etwas bedenkenlos verzehren kann. Sie sei lediglich eine Art Rückversicherung für die Hersteller. „Vertrauen wir auf unsere Sinne“, appelliert Felzmann.

Anders sei es mit leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fisch oder Fleischprodukten. Sie tragen meistens ein Verbrauchsdatum auf der Verpackung. Dieses nennt den letzten Tag, an dem man das Lebensmittel noch essen soll. Später ist es nicht mehr genießbar.