Liebe Tanten, die morden. Theater-Premiere / „Arsen und Spitzenhäubchen“ kann man getrost als einen Klassiker des gehobenen Boulevards bezeichnen. Die Bühne Weinviertel zeigt ihre österreichische Version.

Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
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Auch mordende Tanten (R. Murhamer & E. M. Schmid) können sich erschrecken. Bühne Weinviertel

ZIERSDORF / So richtig bekannt wurde „Arsen und Spitzenhäubchen“ mit der amerikanischen Verfilmung aus dem Jahr 1941 in der Regie von Frank Capra und mit Cary Grant als Star. Die Uraufführung des Filmes erfolgte allerdings erst 1944.

Denn der Erfolg der Bühnenfassung am Broadway verzögerte die Uraufführung des Films bis dahin. Die Produzenten hatten sich vertraglich verpflichtet, mit der Auswertung des Filmes bis nach Absetzung des Stückes am Broadway zu warten. Und noch etwas haben die Theaterfassung von Joseph Kesselring und die Filmversion gemeinsam. Die Darsteller der beiden entzückenden alten Tanten und des den Panamakanal grabenden Teddy spielten sowohl auf der Bühne als auch im Film.

Echte Leichen im Keller des friedlichen Hauses 

Dass sich in Schauspielerkreisen rasch herumsprach, dass dieses Stück ein „gefundenes Fressen“ ist, ist ebenfalls Legende. Nicht nur die Wiener Kammerspiele hatten diesen Komödienhit mit viel schwarzem Humor bereits mehrmals auf ihrem Spielplan; zuletzt im Jahr 2004, wo Elfriede Ott und Erni Mangold das fatale Pärchen der liebenswürdigen Tanten gaben.

Für ihre diesjährige Frühjahrsproduktion hat sich also auch die Bühne Weinviertel auf dieses Pointenfeuerwerk „gestürzt“. In der bewährten Regie von Josef Newerkla spielen Eva Maria Schmid und Renate Murhammer die beiden Damen, die „Arsen und Spitzenhäubchen“ perfekt symbolisieren sollen.

Der Geschichte hat man sich mit leichten Adaptionen genähert. So wird aus der englischen Familie Brewster die österreichische namens Schuster. Und Christoph Stich in der „Abräumer-Rolle“ des Teddy, in dieser Version Wenzel genannt, gräbt keinen Panama-Kanal. Wie die Lösung der Bühne Weinviertel aussieht, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden.

Natürlich geht es auch in der Ziersdorfer Version um die zwei alten Damen, die aus bestem Wissen und Gewissen, ältere alleinstehende Herren vom Leben zum Tod befördern. Und da niemand dieses tödliche Hobby vermutet, kann man sich die Überraschung des Neffen Mortimer (Rainer Vogl) vorstellen, als er seine Braut seinen Tanten vorstellen will und die echten Leichen im Keller des ansonsten friedlichen Hauses findet.