Lienz soll das Vorbild sein. Hollabrunn, Lienz | SPÖ-Gemeinderäte fuhren in SPÖ-regierte ÖVP-Gemeinde nach Osttirol, überzeugten sich von gelungener Entwicklung und appellieren an die Bevölkerung.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 06. Mai 2014 (08:48)
NOEN, privat
In Lienz: die Hollabrunner Gemeinderäte Franz Karl Widmann, Günter Schieder, Josef Frank, Werner Gössl, Claudia Öller, Jakob Raffel und Heide Hartenstein mit Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (vorne). Foto: privat
Dass das Stadtzentrum nach der Eröffnung des Einkaufszentrums am Mühlenring an Besucherschwund leide, zahlreiche Geschäftslokale leer stehen und verbliebene Kaufleute über mangelnde Frequenz klagen, sei kein Hollabrunner Phänomen, befinden die SPÖ-Gemeinderäte.

In Lienz hauchte Stadtmarketing City Leben ein

Auch in anderen Städten habe die Errichtung von Einkaufszentren am Stadtrand eine Entvölkerung der Innenstadt gebracht. Um zu sehen, wie eine Belebung funktionieren könnte, machten sich die Hollabrunner Sozialdemokraten auf die Reise nach Lienz.

Lienz ist wie Hollabrunn eine Bezirkshauptstadt und hat mit 11.000 Einwohnern eine vergleichbare Bevölkerungszahl. Die ÖVP verfügt dort ebenfalls über eine absolute Mehrheit. Durch die Bürgermeister-Direktwahl wird die Stadt jedoch von SPÖ-Bürgermeisterin Elisabeth Blanik geführt.

„Die Lienzer City hatte ähnliche Probleme wie Hollabrunn. Dort wartete man allerdings nicht darauf, dass sich die Situation von alleine bessert“, bemerkt Hollabrunns SPÖ-Fraktionsführer Werner Gössl. Exakte mehrjährige Planungsarbeiten des Stadtmarketings hätten der Innenstadt neues Leben eingehaucht. Bevölkerung, Geschäftsinhaber, Hausbesitzer und Vereine seien massiv eingebunden worden. Die Innenstadt sei zur Flanier-, Gustier- und Veranstaltungsmeile geworden.

„Wir laden alle ein, Ideen und Vorschläge einzubringen“

„Heute gibt es keine Leerstände von Geschäftsflächen mehr, und zahlreiche kleine Gewerbebetriebe freuen sich über eine massive Steigerung der Besucherzahlen und Umsätze“, erfuhren die Besucher von Stadtmarketing-Manager Oskar Januschke.

Dieser präsentierte im Lienzer Rathaus und bei einem Stadtrundgang das Ergebnis der gelungenen Stadtentwicklung. Von zahlreichen Gemeinden wird Januschke bereits eingeladen, sie bei ihren Entwicklungskonzepten zu unterstützen. Als Uni-Vortragender für Stadtentwicklung hat er sich einen hervorragenden Ruf erworben. Er wäre auch bereit, den Hollabrunnern das Lienzer Modell der Innenstadtbelebung zu präsentieren, berichtet der SPÖ-Fraktionschef.

Die SPÖ möchte sich nun in einer überparteilichen Initiative für die Umsetzung eines ähnlichen Konzeptes für Hollabrunn einsetzen. „Wir laden alle dazu ein, ihre Ideen und Vorschläge einzubringen“, so Gössl. Nur eine breite Mitwirkung der Bevölkerung könne eine erfolgreiche Wiederbelebung des Hollabrunner Stadtzentrums bringen.