Auf Wanderung: Teich neben „Alter Kuh“. In der Region Manhartsberg-Schmidatal lässt es sich zwischen imposanten Steinbrüchen, Bergrücken und Waldtälern auf die Natur besinnen. Wie am Libellenteichweg.

Von Sylvia Stark. Erstellt am 05. Dezember 2020 (04:28)

Einer der wenigen positiven Effekte des harten Lockdowns ist, dass sich viele Menschen auf die Natur besinnen. Wo man das im Bezirk besonders gut tun kann? Die NÖN machte sich auf die Suche und fand – den Libellenteichweg in Limberg, das bis zum Zweiten Weltkrieg ein Sommerfrischeort war. Ein Geheimtipp.

Vom Bahnhof Limberg führt der Wanderweg in das Dorf hinunter an der romanischen Wehrkirche vorbei und raus zum Eisenbahnviadukt „Steinweg“. Die Franz-Josefs-Bahn rattert auf der im Jahr 1869 erbauten Brücke drüber.

Naturschutzprojekt an der Bezirksgrenze

Nach dem Viadukt geht’s bergauf zur Steinweg-Kellergasse mit uriger Gemütlichkeit und mystischen Kellerfassaden. Langsam lichtet sich der Nebel über Limberg an diesem Sonntagmittag auf dem steilen Weg zum Libellenteich. Dieser liegt neben dem Naturdenkmal „Alte Kuh“. Der Name kommt von dem riesigen Granitstein, der wie ein am Boden liegendes Rind aussieht.

Die „Alte Kuh“ markiert die Grenze zwischen dem Wein- und Waldviertel und den Gemeinden Limberg, Burgschleinitz und Straning sowie die Bezirksgrenze von Hollabrunn und Horn. Die Steinbruchfirma Hengl legte im Jahr 2003 den Teich als Naturschutzprojekt an. Im Sommer schwirren hier Hunderte von Libellen herum.

Weiter geht’s auf einem Feldweg zum Waldtal „Gänsgraben“. Der Schleinzbach zerschneidet dort den Manhartsberg. Auf der Waldviertel-Seite sieht man Nadelbäume und Kogelsteine, auf der Weinviertel-Seite steht der Laubwald mit Eschen. Leider sind viele davon in diesem Jahr umgestürzt. Daher sollte der Gänsgraben derzeit eher gemieden werden.

Eschen-Gefahr: Bäume fallen einfach um

Eine Alternative wäre, die Ausweichroute zur imposanten Wasserburg nach Burgschleinitz zu gehen oder über Güterwege nach Oberdürnbach auszuweichen. Maissaus Bürgermeister Josef Klepp warnt: „Die Eschen schauen gesund aus. Sie sind jedoch von der Wurzelfäule betroffen. Die Bäume fallen ohne Vorwarnung einfach um.“

Der Schleinzbach schlängelt sich romantisch durch das Tal; man glaubt, man sei irgendwo an einem Gebirgsbach in den Alpen. Über die „Maiselbrücke“ überquert man den Bach und steigt auf der Weinviertler Seite zur „Heidenstatt“ hinauf. Dabei handelt es sich um eine Hochebene, auf der sich bis zum Ende des Frühmittelalters – also bis zum Ende des 9. Jahrhunderts – eine florierende Siedlung befand. Auf dem Hochplateau lebten mehr Menschen als heute im 450-Einwohner-Ort Limberg. In der „Heidenstatt“ fand Heimatforscher Johann Krahuletz aus Eggenburg sogar Bernstein, Glas, Keramik und Steinwaren.

Weiter geht’s durch einen reinen „Akazienwald“, der mystische Atmosphäre versprüht. Danach erblickt der Wanderer das Granitdorf Limberg, das sich an diesem Nachmittag in prächtiger Lage am sonnigen Hang des Manhartsbergs mit Ausblick ins Schmidatal präsentiert.