Kleinhaugsdorf: Milizsoldaten überwachen die Grenze. Bei einem Treffen am Grenzübergang Kleinhaugsdorf überzeugte sich NÖ-Militärkommandant Martin Jawurek von der Schlagkraft der Milizsoldaten: Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik überwachen diese die österreichische Grenzen. Das Ende des Einsatzes ist vorerst offen. Das Gesundheitsministerium bestimmt die Dauer der Kontrolle.

Von Romana Schuler. Erstellt am 28. Mai 2020 (17:55)

Nach einer intensiven Einsatzvorbereitung von rund 120 Stunden in den letzten zwei Wochen in Amstetten werden nun 91 Milizsoldaten der 1. Kompanie des Jägerbataillons Niederösterreich – Kopal im Assistenzeinsatz an der Grenze im nördlichen Weinviertel tätig. Ihr primärer Auftrag ist sowohl die Kontrolle von Personen bzw. die Abwicklung der Einreiseformalitäten direkt an den Grenzübergängen als auch die Überwachung der „grünen Grenze“, um eine unkontrollierte Einreise nach Österreich und eine mögliche weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verhindern. Das Besondere an diesem Assistenzeinsatz der Miliz ist, dass ein solcher Einsatz erstmalig stattfindet.

Im Rahmen eines Pressegesprächs informierte eine Delegation von Militär, Bezirkshauptmannschaft und Bezirkspolizeikommando Hollabrunn am Grenzübergang Kleinhaugsdorf vor Ort über den aktuellen Einsatz. „Im Wesentlichen geht es darum, die Leistungen, die die Milizsoldaten erbringen, der Bevölkerung darzustellen. Seit letzten Freitag wurden die Grundwehrdiener von den Milizsoldaten abgelöst“, führte Martin Jawurek, Militärkommandant von Niederösterreich, aus. 

Das Jägerbataillon Niederösterreich deckt die Bezirke Horn und Hollabrunn ab. Insgesamt seien hier 91  Soldaten im Einsatz. Neben ihrer Arbeit an der Grenze sind die Milizsoldaten auch im Postverteilerzentrum in Hagenbrunn und im Spitalsbereich in Wiener Neustadt tätig.

"Ohne Soldaten schaffen wir es nicht"

Ohne diese Art der Unterstützung könne der Auftrag, die Pandemie durch Grenzkontrollen einzudämmen, nicht erfüllt werden, hob Bezirkshauptmann Andreas Strobl hervor. „Der Verordnungsgeber ist für uns das Gesundheitsministerium, und über die Intensität der Kontrollen und die Dauer entscheidet das Gesundheitsministerium“, betonte der BH-Chef. Erfreut zeigt sich auch der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant Eduard Widhalm über die personelle Unterstützung: „Ohne die Soldaten können es wir nicht schaffen.“

Für weitere Detailfragen zum Milizeinsatz standen die Milizoffiziere Martin Frauenberger und Herrmann Bracher sowie Stabsoffizier Andreas Mayerhofer-Bollek zur Verfügung.