Lückenhaftes Öffi-Netz: Nicht einmal Bahnhöfe regelmäßig erreichbar

„Manche Ortschaften sind heute zum Teil öffentlich nicht erreichbar", mahnt Landtagsabgeordneter Georg Ecker von den Grünen. Der Hollabrunner fordert einmal mehr einen umfangreichen Ausbau der Öffi-Verbindungen.

Erstellt am 28. November 2021 | 17:43
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„Der öffentlicher Verkehr mit Bahn und Bus muss endlich Vorrang haben", sagt Grünen-Abgeordneter Georg Ecker.
Foto: Die Grünen Hollabrunn

Das Klimaticket sei ein erster Schritt gewesen, jetzt brauche es eine Ausbauinitiative fürs Öffis. "Viele Menschen in unserer Region sind auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen oder würden gerne öfters mit Bus und Bahn unterwegs sein", ist Georg Ecker überzeugt. Doch gerade die Bus-Verbindungen seien für die täglichen Wege völlig unzureichend, ganze Ortschaften an manchen Tagen vom öffentlichen Verkehrsangebot gänzlich abgeschnitten. 

Besonders auffällig sei, so der Grünen-Politiker, dass der Busverkehr im Bezirk Hollabrunn ausschließlich auf den Schülerverkehr ausgerichtet ist "und damit nicht einmal Knotenpunkte wie Bahnhöfe regelmäßig erreicht werden können". Doch in Zeiten der Klimakreise sei es Gebot, Alternativen zum Auto zu schaffen. 

Im NÖ Landtag forderte Ecker im Rahmen der Budgetsitzung den umfangreichen Ausbau der Busverbindungen in Niederösterreich ein, um alle Menschen rasch an das öffentliche Verkehrsnetz anzuschließen. Sein Antrag erhielt jedoch keine Mehrheit.

Konkrete Probleme und Forderungen

Dabei nennt Ecker konkrete Alltagssituationen, die ihm in letzter Zeit berichtet worden seien:

•Eine Frau aus Glaubendorf musste zum Arzt. Es war nicht möglich, dies mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewerkstelligen, da  Ziersdorf als nächster größerer Ort mit Apoteheke, Einkaufsmöglichkeiten und ärztlicher Versorgung von Glaubendorf nur einmal täglich mit dem Bus angefahren wird (14:09 Uhr).

•Ein Pendler aus Aspersdorf war gezwungen, mit dem Auto zum Hollabrunner Bahnhof zu fahren. Die einzige Busverbindung (7:21 Uhr) ist zu spät für den Mann, um rechtzeitig in der Arbeit zu erscheinen. Außerdem führt die Route zunächst durch ganz Hollabrunn, wodurch die reguläre Reisezeit für vier Kilometer bei 13 Minuten liegt.

•Eine Familie aus Sonnberg, der drittgrößten Katastralgemeinde der Großgemeinde Hollabrunn, wollte in sonntags in die Bezirkshauptstadt zum Essen fahren. Doch es gibt den ganzen Tag keine öffentliche Verbindung ins regionale Zentrum.

Konkret fordert Ecker für seine Heimatregion folgende Ausbauprojekte für den Busverkehr:

•An den Taktfahrplan angepasste Anbindung der Orte an die nächsten Pendler-Knotenpunkte, insbesondere Bahnhöfe. Für die Gemeinde Hollabrunn bedeutet das zum Beispiel eine gute Anbindung der Katastralgemeinden an den Bahnhof in der Früh und ab dem Nachmittag bis zum späteren Abend.

•Tägliche, regelmäßige Schnellverbindungen in die Landeshauptstadt St. Pölten, wenn keine günstige Zugsverbindung besteht. "Für den Bezirk würde hier eine Ausweitung der Wieselbusse helfen", sagt Ecker.

•Tägliche, regelmäßige Schnellverbindungen zwischen den jeweils benachbarten Bezirkshauptstädten. "Besonders die Verbindungen nach Horn, Tulln und Mistelbach von Hollabrunn sind ausbaufähig", meint Ecker

•Jeder Ort in Niederösterreich soll täglich mehrmals mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Bahn, Mikro-ÖV wie Anrufsammeltaxis) ans nächste regionale Zentrum angebunden werden.