Mäusebussard starb an Gift. ERNSTBRUNNER WALD / Vet-Uni bestätigt, dass Greifvogel durch verbotenes Pflanzenschutzmittel Carbofuran verendete. Waldfreunde-Obmann Arno Klien fürchtet weitreichende Folgen.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
NOEN, privat
Wer tut so etwas? Das verbotene Carbofuran wurde in einem halben Hasen (links im Bild) als Köder ausgebracht.
Von D. Rathauscher & C. Reiterer

„Wer kann ein derart abartiges Interesse am qualvollen Tod dieser edlen Greifvögel haben?“, fragt sich Arno Klien, Obmann der Hollabrunner Waldfreunde. Ein Gutachten des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie hat nun bestätigt: Ein im Jänner bei Geitzendorf (Bezirk Korneuburg) aufgefundener Mäusebussard war durch einen vergifteten Hasenköder getötet worden.

Gefunden wurden der Kadaver des vergifteten Greifers und der Köder bei einer Kontrollfahrt von Birdlife etwa 20 Meter abseits der Straße von Großmugl nach Höbersdorf. „Das war ein Glücksfall, denn ein ungeschulter Spaziergänger hätte vielleicht nicht richtig reagiert“, meint Klien. Von der veterinärmedizinischen Universität in Wien kam dann der eindeutige Befund: Vergiftung mit Carbofuran. Dieses Mittel ist seit 2008 verboten. Die Polizei ermittelt.

„Die Jägerschaft verurteilt solche illegalen Handlungen“

„Damit ist auch die Rückkehr des noch bis vor wenigen Jahren in Österreich ausgestorbenen Kaiseradlers sowie weiterer seltener Greifvogelarten gefährdet“, ist der Waldfreunde-Obmann geschockt. Laut WWF seien in Niederösterreich allein in den Jahren 2012 und 2013 21 Tiere durch das Pflanzengift Carbofuran zu Tode gekommen. Darunter waren vier streng geschützte Seeadler.

Peter Lebersorger, Geschäftsführer des NÖ Landesjagdverbandes, betont: „Die Jägerschaft verurteilt solche illegalen Handlungen aufs Schärfste und wird alles in ihrer Macht stehende tun, um Giftlegern das Handwerk zu legen - ganz egal, ob die Giftausleger innerhalb oder außerhalb der Jägerschaft angesiedelt sind!“ Auch die Jägerschaft vor Ort sei an einer Aufklärung interessiert, wie Jagdleiter Franz Lehner betont.