Sieben Tonnen Glasschutt nach Hagel

Hagel zerstörte die Glashäuser der Gärtnerei Eder in Magersdorf. Nun beginnt endlich die Aufbauarbeit.

Belinda Krottendorfer Erstellt am 19. September 2021 | 05:18
Magersdorfer Gärtnerei Eder
Christian Holzer und Birgit Eder-Holzer führen die Magersdorfer Gärtnerei Eder. Das Hagelunwetter im Juni zerstörte die Glashäuser, die bis heute noch nicht genutzt werden können.
Foto: Belinda Krottendorfer

Für die Gärtnerei Eder wurde der 24. Juni zum schwärzesten Tag in der 83-jährigen Firmengeschichte. Die NÖN fragte nach, wie es dem Betrieb fast drei Monate nach dem verheerenden Hagelunwetter geht.

Die Antwort ist ernüchternd: Bis heute wurden die meisten Schäden, die der Hagel angerichtet hat, noch nicht behoben. Das große Problem sei die Beschaffung der Glasscheiben, berichtet Birgit Eder-Holzer, die mit ihrem Mann Christian die Gärtnerei führt.

Ursprünglich sollten die Reparaturarbeiten vier Wochen nach dem Unwetter beginnen, doch der Familienbetrieb wurde wochenweise vertröstet. Laut aktuellem Zeitplan sollen die Arbeiten diese Woche endlich beginnen. Die Schadensbesichtigung und die Freigabe der Versicherung seien hingegen kurz nach dem Unwetter erledigt gewesen. Aufgrund des fehlenden Dachglases regnet es in die Halle; der Keller darunter ist bereits feucht. „Ich muss jeden zweiten Tag Folien nachkleben und einen Kurzschluss suchen“, seufzt Christian Holzer. Der Warenstand ist derzeit minimiert, was natürlich den normalen Betrieb einschränkt.

700 Dachglasscheiben wurden zerstört

Durch den Hagel wurden bei der Gärtnerei drei Glashäuser, vier Folienhäuser, die Halle und das Nebengebäude beschädigt; 700 Dachglasscheiben wurden dabei zerstört. „Ich habe sieben Tonnen Glasschutt weggeführt“, berichtet Holzer.

Kaputt wurden außerdem Wärmeschirme, Ebbe-Flut-Tischanlagen, Heizungsrohre, Dachfolien, der Rauchfang und Waren im Wert von 15.000 bis 20.000 Euro. „Die Pflanzen wurden vom Glas komplett zerschnitten“, erinnert sich Birgit Eder-Holzer. Ein Glashaus musste abgerissen werden, da sich die Sanierung wirtschaftlich nicht gerechnet hätte. Hier soll ein neuer Verkaufs- und Produktionsbereich gebaut werden.

Die Betreiber der Magersdorfer Gärtnerei sind jedoch sehr dankbar, dass während des Hagels und am Tag danach viele Freiwillige aus der Nachbarschaft, Mitarbeiter, Familienmitglieder und Feuerwehrkameraden mit Scheibtruhe und Schaufel vorbeikamen und Scherben wegräumten.

Seit diesem Tag im Juni hat Eder-Holzer ein ungutes Gefühl, wenn ein Gewitter aufzieht: „Ein paar Tage später gab es wieder Hagel in Kirschkerngröße, da wurde mir schon anders.“ Doch das Unternehmer-Paar ist optimistisch und hat ein Ziel vor Augen: im Frühjahr 2022 wieder in gewohntem Umfang für seine Kunden da zu sein.