Magie, Macht und Leidenschaft auf der tww-Bühne

"Die Hexen von Eastwick" sind im tww Guntersdorf angekommen. Inszeniert wird das Stück von Valentin Werner, der hochwertige Unterhaltung auf die Bühne bringt und gleichzeitig gesellschaftliche Erscheinungsbilder entlarvt.

Romana Schuler Erstellt am 12. Oktober 2021 | 08:29

Im  Guntersdorfer Theater Westliches Weinviertel (tww) sorgen zurzeit „Die Hexen von Eastwick“ für hochwertige Unterhaltung. Das Stück nach dem gleichnamigen Roman (1984) des amerikanischen Autors John Updike wurde von Valentin Werner für die Bühne des tww adaptiert und inszeniert. 

Bekannt wurde der Roman vor allem durch die Verfilmung von Georg Miller mit der Starbesetzung von Cher, Susan Sarandon, Michelle Pfeiffer und Jack Nicholson. Die Premiere der „Hexen“ im tww fand am Samstag (9.10.) statt.

Starke Frauen in der Kleinstadt

In der fiktiven Kleinstadt Eastwick am Meer in Rhode Island hat es immer schon Gerüchte über Hexen geben. „Die Luft in Eastwick mache die Frauen stark“, so heißt es. Im Stück geht es um drei Frauen, Alexandra Spofford (Stefanie Elias), Jane Smart (Miriam Fontainer) und Sukie Rougemont (Gina Christof), die von ihren Männern bitter enttäuscht worden sind. 

Nun finden sie es an der Zeit, mithilfe ihrer überdimensionalen weiblichen Kräfte den perfekten Mann – oder noch besser einen wahren Prinzen – herbeizuzaubern. Er müsse nett sein, man müsse mit ihm reden können, kurz: ein Mann, bei dem frau wirklich sie selbst sein kann. 

Ein Traumprinz verdreht drei Frauen den Kopf

Weniger später zieht der aus New York stammende Kunsthändler Darryl Van Horner (J-D Schwarzmann) in die sagenumwobene Lenox-Villa. Neugierig auf den mysteriösen neuen Besitzer brennen die „Hexen“ darauf, mit ihm in Kontakt zu treten, und Darryl scheint sie regelrecht an sich fesseln. Bald weiß er alles über sie, ihre verborgensten Geheimnisse und tiefsten Ängste. Das Wissen darum verleiht ihm Macht, die er redlich ausnutzt. 

Die Frauen glauben aber immer noch, mit ihm endlich den Traumprinzen gefunden zu haben. Kann das denn überhaupt auf Dauer gutgehen? Bald schon wird in Eastwick über das lasterhafte Verhältnis der drei Frauen mit Darryl geredet. 

Das Gute siegt am Ende - oder doch nicht?

Letztlich besinnen sich die Hexen, und es kommt zum Bruch mit dem vermeintlichen Prinzen. Wie sich nun herausstellt, ist er der Teufel in Person. Er übt fürchterliche Rache, weil er seine Gespielinnen zurückgewinnen will – niemand darf dem Teufel „seine Familie“ wegnehmen! Am Ende siegt doch das Gute über das Böse. Aber nur zum Schein, denn nach neun Monate bringen sowohl Alexandra als auch Jane und Sukie ein Kind von Darryl auf die Welt ...

Das Stück ist trotz der vielen witzigen, komödienhaften Dialoge und der amüsanten Story eine knallharte Entlarvung gesellschaftlicher Erscheinungsbilder. Es zeigt die Machtausübung von Männern innerhalb von klassisch-patriarchalen Strukturen und den forschen Widerstand dreier Frauen in der aufkommenden weiblichen Emanzipationsbewegung.

Zu sehen sind "Die Hexen von Eastwick" bis 6. November. Hier geht's zu den Tickets: www.tww.at/karten