Topothek-Beitritt: NEOS gegen Liebhaberei. Maissauer Mandatarin hält Plattform nicht für „allgemeintauglich“.

Von Günter Rapp. Erstellt am 09. April 2021 (03:30)

Für einige Diskussionen sorgte der Beitritt der Stadtgemeinde Maissau zur Topo-thek, eine digitale Chronik. Gemeinderätin Ulrike Vojtisek-Stuntner von den NEOS bezeichnete diese Plattform zur Sammlung historischer Fotos oder Dokumente als „Liebhaberprojekt, das aber nicht allgemeintauglich“ sei. „Da treten wir nur wieder einem neuen Verein bei, der die Gemeinde jährlich Geld kostet“, wandte Vojtisek-Stuntner ein.

Ihr widersprach ÖVP-Bürgermeister Josef Klepp: „Es gibt bereits Interessenten in der Gemeinde.“ Und Stadtrat Franz Kloiber (ÖVP) pflichtete Klepp bei: „Diese Topothek wird professionell geführt. Fotos und Dokumente können so für die Nachwelt erhalten werden.“ ÖVP-Stadträtin Michaela Zellhofer stellte einen Vergleich an: „Das ist wie bei einem Museum, das ist auch nicht für Menschenmassen, aber durchaus interessant. Wenn sich unsere Bürger dafür interessieren, dann ist das völlig in Ordnung.“

Die Stadtgemeinde Maissau wird der Topothek beitreten – mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ wurde dafür grünes Licht gegeben.

Zertifizierung war ein rotes Tuch für NEOS

Auch bei der Beschlussfassung für den Regionszertifizierungsprozess der Stadtgemeinde Maissau als familienfreundliche Gemeinde kam es zu einer Stimmenthaltung von NEOS-Mandatarin Vojtisek-Stuntner. Die dafür notwendigen Kosten von 1.720 Euro erschienen ihr zu hoch. „Schon wieder Kosten für die Gemeinde, das wird langsam unerträglich.“

Gemeinderätin Christa Fleschitz (ÖVP), die das Projekt der familienfreundlichen Gemeinde Maissau leitet, konterte: „Als Region Manhartsberg wollen wir ein familienfreundliches, neues und positives Image nach außen präsentieren. Mit gemeinsamen Aktionen und einem gemeinsamen Logo. Deshalb streben wir diese Zertifizierung an. Es geht darum, möglichst viele Bürger ins Boot zu holen.“

Projektgruppen in der Region Manhartsberg haben bereits erfasst, welche kleineren und größeren familienfreundlichen Angebote und Aktivitäten es für die Bürger in allen Lebensphasen gibt. Sie haben den ersten Meilenstein in den Zertifizierungsprozessen zur „familienfreundlichen Gemeinde“ erreicht. In Maissau, Burgschleinitz-Kühnring und Straning-Grafenberg wurden dafür kürzlich Online-Workshops der NÖ.Regional organisiert.