Bierpartei-Spitzenkandidat: „A ganz gmiadliche Hockn“. Der ehemalige Hollabrunner Gymnasiast und Musiker Marco Pogo kandidiert in Wien als Bürgermeister und spricht mit der NÖN über seine Ziele für die Zukunft.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 29. September 2020 (06:50)
Marco Pogo wirbt, akkurat ausgestattet mit dem eigenen Turbobier, um die Stimmen der Wiener.
Max Hammel

Bierparteien gibt oder gab es in mehreren Ländern, so zum Beispiel die norwegische „Vereinigte Bierpartei“, die „Ukrainische Bierliebhaberparte“ oder in der ehemaligen DDR die „Deutsche Biertrinker Union“. Marco Pogo, Leadsänger von „Turbobier“, hat diese Lücke in der Parteienlandschaft Österreichs geschlossen und kann auf eine große Fanbase in Hollabrunn setzen. 

Bereits bei den vergangenen Nationalratswahlen trat die Bierpartei in Wien an und beansprucht im aktuellen Wahlkampf zu den Wiener Gemeinderatswahlen sogar den Bürgermeistersessel für den kreativen Musiker, der seine Gymnasialzeit in Hollabrunn verbracht hat und dessen Familie bis heute in Hollabrunn lebt.

Angelegt ist die Bierpartei rein satirisch, was sich an dem Wahlkampfversprechen des 33-Jährigen ablesen lässt, dass er den Wiener Hochstrahlbrunnen zum Bierbrunnen umbauen lassen würde. Die NÖN sprach mit Marco Pogo über den Reiz Bürgermeister zu werden, realistische Ziele und die Zukunft.

NÖN: Was ist das Reizvolle daran, Wiener Bürgermeister werden zu wollen?

Marco Pogo: Wien ist eine wunderbare Stadt, in der ich gerne lebe. Natürlich gibt es auch viele Dinge, die nicht optimal laufen. Wien hat zum Beispiel noch keinen Bierbrunnen. Das möchte ich ändern. Außerdem scheint es eine ganz gmiadliche Hockn zu sein.

Wie realistisch ist dieses Ziel, wenn man das Wahlergebnis der letzten Nationalratswahl von 0,6 Prozent betrachtet?

Pogo: Die Bewegung ‚Bierpartei' ist in den letzten Monaten massiv erstarkt. Haben bei der Nationalratswahl 2019 noch 600 Menschen eine Unterstützungserklärung abgegeben, so waren es im Sommer 2020 bereits 4.500 Menschen. Diesen Trend sieht man auch ganz klar und deutlich im Internet - da liegt die Bierpartei klar an erster Stelle, und das mit 0 Euro Budget, während die anderen Parteien hunderttausende Euros an Steuergeld investieren. Das Wahlziel ist klar: 5,2%, so wie mein Turbobier, und dann einziehen und umrühren.

Wird die Bierpartei auch bei den nächsten Gemeinderatswahlen in Hollabrunn antreten?

Pogo: Die Bierpartei wird zum neuen Big Player in der politischen Landschaft Österreichs aufsteigen, da bin ich mir sicher!