Älter werden in der Gemeinschaft auf dem Bauernhof

Erstellt am 27. Februar 2022 | 05:11
Lesezeit: 3 Min
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Auf Initiative von Christa Schwinner (2.v.l.) und ihrer Familie wird in Maria Roggendorf ein Tagesbetreuungszentrum für ältere Menschen am Bauernhof entstehen. Begleitetes Wohnen wird dort ebenfalls möglich sein.
Foto: privat
Christa Schwinner will Vereinsamung von Älteren am Land mit betreutem Wohnen in Maria Roggendorf entgegenwirken.
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In der Wullersdorfer Katastralgemeinde Maria Roggendorf soll, wie berichtet, ein Tagesbetreuungszenrum für ältere Menschen entstehen, ebenso wie Wohnungen, in denen die Pensionisten betreut werden. Hier hat sich in der Vorwoche ein Fehler im Bericht eingeschlichen: Das Projekt wird von Christa Schwinner und ihrer Familie mit der Unterstützung der Leader-Region umgesetzt – und nicht, wie irrtümlich berichtet, von der Marktgemeinde.

Schwinner ist diplomierte Krankenschwester, die vor fünf Jahren die Ausbildung zum Landwirtschafts-Meister gemacht hat. Im Zuge ihrer Projektarbeit kam sie mit „green care“ in Verbindung. Und so reifte die Idee.

Das Alleinesein ist wirklich das Schlimmste, da wird den Leuten viel genommen.“
Christa Schwinner, Diplomierte Krankenschwester

Als 2020 ihre Nachbarin in Maria Roggendorf verstarb, konnte die Familie das Haus kaufen, um das Projekt Realität werden zu lassen. „Wir sind schon am Tun“, sagt die 43-Jährige, dass bereits umgebaut wird und zwei Schafe schon eingezogen sind. Gerade die Pandemie habe gezeigt, wie schnell die Spirale nach unten geht, wenn ältere Menschen nicht mehr hinausgehen können und so vereinsamen. Im Tagesbetreuungszentrum wird gemeinsam gekocht und gegartelt, Tiere gemeinsam versorgt.

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Christa Schwinner will großes Wohnprojekt für Ältere umsetzen.
Foto: privat

„So haben sie wieder das Gefühl, gebraucht zu werden“, weiß Schwinner, dass es wichtig ist, Aufgaben zu haben. „Das Alleinesein ist wirklich das schlimmste, da wird den Leuten viel genommen.“

Sie selbst wird im betreuten Wohnen, das ebenfalls auf dem Gelände entsteht, als Ansprechperson dienen und bei Kleinigkeiten, wie der Medikamentenaufteilung oder dem Blutdruckmessen, helfen. „So lange es geht, sollen die Menschen allein wohnen und wirklich nur betreut werden“, betont sie, dass es sich hier nicht um eine Pflegeeinrichtung handeln wird. „Ich habe schon Nachfragen für Zimmer“, freut sich Schwinner. Eine Dame wünscht sich etwa, wieder auf einem Bauernhof zu leben, so wie damals in ihrer Kindheit.

Im Sommer soll mit dem Bau begonnen werden. Die nächsten Schritte sind nun eine Umfrage zur Bedarfserhebung www.umfrageonline.com/s/MariaRoggendorf  sowie Informationsveranstaltungen.

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