Bestattung im Bezirk Hollabrunn: Alles etwas kleiner. An Begräbnissen nehmen derzeit weniger Menschen teil. Bestatter vernehmen steigende Zahl bei Feuerbestattungen.

Von Barbara Witzany. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:24)
Bestatter Josef Schwankhart am Friedhof von Seefeld-Kadolz. Derzeit finden Begräbnisse mit weniger Teilnehmern als üblich statt.
Enzmann

„Die Feuerbestattungen nehmen wieder zu, das haben wir auch schon bei der ersten Welle bemerkt“, sagt Günter Frittum. Das Bestattungsunternehmen hat seinen Stammsitz zwar in Obermallebarn (Bezirk Korneuburg), die erste Filiale wurde aber in Wullersdorf gegründet, mittlerweile zählt der Betrieb noch drei weitere Standorte im Bezirk Korneuburg.

Bei Feuerbestattung nicht an Fristen gebunden

Warum die Feuerbestattungen in Krisenzeiten zunehmen? „Da ist man nicht an Fristen gebunden“, so der Bestatter. Die Verabschiedung des Toten findet im engsten Familienkreis statt, dann wird der Leichnam eingeäschert, die Urne wird in der Bestattung aufbewahrt bis ein größeres Begräbnis stattfinden darf – oder keine Angehörigen mehr in Quarantäne sind. In der Zeit, in der die Personenzahl bei Begräbnissen stark limitiert war, wurden auch Live-Streams bei Begräbnissen genutzt, weiß Frittum.

„Normalerweise gehen die Mitglieder von Feuerwehr, Musik, Kameradschaftsbund und sonstiger Vereine in Formation bei Begräbnisfeierlichkeiten mit“, erklärt der Hadreser Bestatter Josef Schwankhart. Coronabedingt dürfen nun nur kleine Abordnungen teilnehmen. Kondolenzbücher sowie Weihwasserkessel neben dem Sarg gibt es derzeit nicht. Was den Anstieg der Feuerbestattungen betrifft, bestätigt er die Erfahrung seines Wullersdorfer Kollegen: „Die Urnenhaine auf den Friedhöfen in Obritz und Seefeld-Kadolz werden in Anspruch genommen“, nickt Schwankhart.

Mehr Interesse an Urnenbeisetzung

Was dem Ziersdorfer Bestatter Andreas Grünzweig auffällt: „Es sind weniger Leute bei Begräbnissen und vorwiegend ältere Teilnehmer.“ Außerdem seien viele Kirchen nicht so groß, deswegen seien hier die Plätze beschränkt. „Man hat auch überlegt, gar nicht in die Kirche zu gehen und alles im Friedhof zu machen“, sagt Grünzweig. „Es gibt jetzt oft Beerdigungen, da sind nur die engsten Angehörigen dabei. Da kann es sein, dass fünf Personen beim Grab sind“, berichtet der Bestatter.

Dass das Interesse an Urnenbeisetzungen steigt, nimmt auch Grünzweig wahr. Und: „Im städtischen Bereich gibt es eine Nachfrage nach Beisetzungen in Naturfriedhöfen. Das erübrigt sich bei uns.“

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