Metzger legt Amt als Stadträtin zurück. Nach dem Aufstieg zur Kabinettchefin kann sich die SP-Politikerin Retz weniger widmen. Nachfolger wird gesucht.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 17. Juni 2014 (10:07)
NOEN, Archiv
Susanne Metzger konzentriert sich ganz auf ihren Job als Kabinettchefin. Foto: Archiv
Susanne Metzger teilte am vorigen Mittwoch dem Gemeinderat mit, dass sie ihr Amt mit Ende Juni als Stadträtin der SPÖ aus beruflichen und zeitlichen Gründen zurücklegen wird.

Wehmut: „Habe an Tätigkeit viel Freude gehabt“

Die gebürtige Retzerin ist seit Mitte April Kabinettchefin des Bundeskanzlers. „Diese Aufgabe ist sehr überraschend an mich herangetragen worden.“ Und verlange viel Zeit ab. „Zeit, die ich für Retz nicht mehr habe“, erläutert sie ihre Beweggründe.

„Mir fällt dieser Schritt nicht leicht, weil ich an dieser Tätigkeit viel Freude gehabt habe.“ Metzger ist seit 2005 im Gemeinderat und seit 2008 Stadträtin – die erste und einzige Frau in dieser Position in Retz.

Ihren Schwerpunkt legte sie auf die Finanzen, wobei sie stets auf eine wirklichkeitsgetreue Darstellung des Budgets pochte. Die schwierige Finanzsituation habe sich dadurch und durch die Zuschüsse des Landes entspannen können.

„In manchen Bereichen zu einer Kulturänderung beitragen können“

Als Wermutstropfen sieht sie, „dass wir bei Schulprojekten nicht weitergekommen sind“. Zudem wäre ihr die Errichtung eines Kindergartens im neuen Siedlungsgebiet „Im Weinberg“ ein Anliegen gewesen.

Viel sei dennoch in ihrer Heimatstadt weitergebracht worden. „Das Rundherum wie die Unterführung oder der Althof haben wir gemeinsam erarbeitet.“ Sie sei oft nicht einer Meinung mit der ÖVP gewesen. Aber: „In manchen Bereichen habe ich zu einer Kulturänderung beitragen können, indem die Dinge anders betrachtet und diskutiert wurden und dadurch haben wir vieles verändert.“

VP-Vizebürgermeister Karl Burkert bedauert ihren Rücktritt schon: „Es war, auch wenn man‘s nicht immer gleich gemerkt hat, ein Vergnügen“, dankte er ihr für die „gute Arbeit“. Auch wenn man sich nicht immer einig gewesen wäre, hätten die Dispute auf Ehrlichkeit und Sachlichkeit beruht. Er hofft auf einen Nachfolger, „mit dem man genauso vorbildlich streiten kann wie mit dir“.

Neuer Stadtrat soll im Juli vorgestellt werden 

„Selbstverständlich hinterlässt sie eine große Lücke in der Mannschaft“, ist für SPÖ-Vorsitzenden Alfred Kliegl der Verlust groß. „Sie hat sehr akribisch gearbeitet, das kann man nicht von heute auf morgen ersetzen und auch nicht so tun, als wäre es egal.“ Die SPÖ wird nun Gespräche führen und Anfang Juli entscheiden, wer Stadtrat und Vorsitzender-Stellvertreter wird.

Metzger bleibt Mitglied der SPÖ Retz. Und: „Ich kann mir gut vorstellen, dass ich in die Kommunalpolitik wieder zurückkehre.“