Protestaktion in Hollabrunn war verhalten. Unwirtliches Wetter zur Premiere des Spaziergangs, der im Vorfeld für Rätselraten gesorgt hatte.

Von Belinda Krottendorfer und Christoph Reiterer. Erstellt am 14. April 2021 (05:51)
Premiere bei Sauwetter: Bei 5 Grad und Regen machten die Spaziergänger eine Runde in Hollabrunn.
Krottendorfer

Über einen Messenger-Dienst kursiert dieser Tage eine Einladung zu einem montäglichen Spaziergang in Hollabrunn. „Für Freiheit und Selbstbestimmung“, ist unter anderem darauf zu lesen. Ein Organisator nicht. Bezirkshauptmannschaft und Stadtgemeinde erfuhren kurzfristig über die NÖN davon.

Treffpunkt für den Spaziergang soll jeden Montag um 18 Uhr am Hauptplatz sein. Der Hintergrund ist unschwer auszumachen – und auf der Einladung in fünf Punkten aufgezählt: „für Kinder, die nicht mehr Kind sein dürfen; für Alte, die nicht mehr selbstbestimmt leben dürfen; für Menschen, die durch Panikmache in Angst leben; für Hinterbliebene der Selbstmordopfer; für alle Menschen, die unter diesem Ausnahmezustand leiden.“

Die Einladung erfülle jedenfalls etliche Kriterien einer ordnungsgemäßen Versammlungsanmeldung nicht, attestierte BH-Chef Andreas Strobl.

Klar ist: Das Grundrecht der Versammlungsfreiheit ist verfassungs- und europarechtlich geschützt. Dennoch sind Beschränkungen durch die Behörde möglich und ist die Anzeige einer Versammlung notwendig. Derartige – oft unangemeldete – „Spaziergänge“ gelten als Demonstrationen gegen die Coronavirus-Politik der Regierung.

Zur Premiere trafen sich am vergangenen Montag bei kaltem Regenwetter um die 20 Personen am Hauptplatz. Auch die Polizei war vor Ort.

Die Spaziergänger bekräftigten, auf Personen aufmerksam machen zu wollen, die unter dem Ausnahmezustand leiden, wie zum Beispiel Kinder, ältere Menschen und Hinterbliebene von Selbstmordopfern. „Wir sind gegen die Corona-Maßnahmen und die vielen Lockdowns. Unsere Kinder sollen endlich wieder normal in die Schule gehen und sich nicht ständig auf Corona testen müssen“, erklärte eine Teilnehmerin.

Insgesamt gab sich das Grüppchen eher wortkarg und wünschte keine namentliche Nennung. Wer denn der Initiator sei? „Wir alle!“

Umfrage beendet

  • Was haltet ihr von den „Spaziergängen“ als Mahnung bezüglich der Corona-Maßnahmen?