Multitalent Arik Brauer in Pulkau. Mit der Teilnahme von Arik Brauer hat das Angebot im Bezirk ein absolutes Highlight zu verzeichnen. Tochter Timna liefert in einem Konzert den Sound dazu.

Erstellt am 16. Oktober 2014 (07:55)
NOEN, Jüdisches Museum Wien
Künstler Arik Brauer.

Ob Malerei, Musik oder Architektur, Arik Brauer scheint in fast jedem Genre absolut sattelfest zu sein. Zumindest seine Erfolge in allen drei Kategorien legen diese Sichtweise nahe.

Brauer wurde als Sohn eines aus Litauen stammenden jüdischen Schuhmachers in Ottakring geboren. Die Herrschaft der Nationalsozialisten beendete seine unbeschwerte Kindheit im Wien der 1930er Jahre. Brauers Vater starb in einem Konzentrationslager, er selbst überlebte in einem Versteck.

Tänzer am Rande des Fantastischen

Gleich nach dem Krieg studierte Brauer an der Akademie der bildenden Künste Wien. Während dieser Zeit gründete er mit anderen prominenten Zeitgenossen die Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Ab 1947 studierte er zusätzlich Gesang an der Musikschule der Stadt Wien.

1954/55 lebte er als Sänger und Tänzer in Israel und trat 1956 als Tänzer im Raimundtheater in Wien auf. Im Jahr darauf heiratete er die Jemenitin Naomi Dahabani in Israel und zog mit ihr nach Paris, wo das Paar als israelisches Gesangsduo Neomi et Arik Bar-Or seinen Lebensunterhalt verdiente. In Paris hatte er seine erste erfolgreiche Einzelausstellung.

Brauers Gesangskarriere erreichte in den siebziger Jahren ihren Höhepunkt: Mit seinen Liedern wie „Sie hab’n a Haus baut“ und „Hinter meiner, vorder meiner“ wurde Brauer zu einem der Väter des Austropop.

Am 18. und 19. Oktober sind im Pöltingerhof in Pulkau Grafiken von Arik Brauer zu sehen. Seine Tochter Timna gastiert mit „Songs from Jerusalem“ am 18. 10. um 20 Uhr im Stadtsaal.