Josef Silberbauer: Ein Orgelbauer als Brückenbauer

Festival, das an den bedeutenden Orgelbauer der Barockzeit, Josef Silberbauer, erinnern soll, wartet noch mit Konzerten in der Dominikanerkirche Retz und in der Jakobuskirche in Unterretzbach auf.

Erstellt am 19. Oktober 2021 | 15:16
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Das Manual der Silberbauer-Orgel in der St. Martinskirche in Göllersdorf, wo am 17. Oktober neben Pfeifen- auch Flötentöne zu hören waren.
Foto: Silberbauer Musikfest Thayatal

„Die Hauptidee des Festivals besteht darin, gemeinsame Erlebnisse und Zusammenarbeit nicht nur unter den Musikern, sondern auch unter den Zuhörern an der Grenze Südmährens und Niederösterreichs zu entwickeln und fördern“, sagt Kateřina Málková, Festivaldirektorin des „Silberbauer Musikfest Thayatal“, und erklärt damit auch indirekt den Namensgeber der Konzertserie, die heuer zum zweiten Mal stattfindet.

Denn Josef Silberbauer, der am 3. März 1734 in Dyjákovice geboren wurde, arbeitete als Orgelbaumeister in Znaim und bestückte Kirchen in Tschechien und Niederösterreich mit seinen vorzüglichen Instrumenten. Im Bezirk Hollabrunn entstanden zwischen 1766 und 1796 Orgeln aus seiner Hand in Seefeld-Kadolz, Unterretzbach, Gnadendorf, Merkersdorf, Untermarkersdorf, Göllersdorf, Schöngrabern, Mailberg, Platt und Schrattenthal. Während des Baus an der Orgel in Stoitzendorf (Bezirk Horn) erblindete Silberbauer 1805 und verstarb 1807 in Znaim.

"Möchte neue Kontakte knüpfen"

Das Festival erinnert an den bedeutenden Orgelbauer der Barockzeit, der in der Region Podyjí/Thayatal tätig war, und trägt zur Wiederentdeckung seines Namens für eine breitere Öffentlichkeit in Südmähren sowie in Niederösterreich bei. „Das Festival möchte die Zusammenarbeit zwischen tschechischen und österreichischen Künstlern fördern und neue gemeinsame Kontakte knüpfen“, sagt Málková. „Es bietet die Möglichkeit vielfältiger Begegnungen und möchte eine kulturelle Bereicherung in die tschechische sowie österreichische Region bringen.“

Das Eröffnungskonzert am 5. September in der Kirche Mariä Himmelfahrt in Vranov nad Dyjí (Frain an der Thaya) konnte mit gleich zwei Weltpremieren aufwarten. Die Uraufführungen von Anton Aslamas und „... und das Licht der Ewigkeit möge auf ihn scheinen“ von der Komponistin Michaela Pálka Shy, jeweils Kompositionen für zwei Geigen und Orgel, fanden dabei große Beachtung.

Prager Organist in der Dominikanerkirche Retz

Im Bezirk finden nun noch zwei weitere Konzerte im Rahmen des Festivals stattfinden. Nachdem in der Pfarrkirche St. Martin Göllersdorf unter dem Titel "Solo für Flöte" die Kombination von Flöte, Violoncello und Orgel zu erleben war, werden in der Dominikanerkirche in Retz am 23. Oktober Werke wichtiger Barockkomponisten zu hören sein, die von zwei Solisten des Nationaltheaters Prag interpretiert werden. Hinter der Orgel wird der Prager Tempelorganist der Kirche St. Nikolaus Přemysl Kšic sitzen. 

Ganz dem Motto der Gemeinsamkeit entsprechend, musizieren Schüler und Lehrer der Grundschulen aus Tschechien und Retz am 6. November gemeinsam in Unterretzbach.

  • 23. Oktober um 19 Uhr

„Omnes ad maiorem Dei gloriam“, Dominikanerkirche in Retz, Mit: Lucie Hájková (Sopran), Jiří Hájek (Bariton), Přemysl Kšica (Orgel)

  • 6. November um 18 Uhr

„Kinder und Musik“, Jakobuskirche in Unterretzbach, Mit: Schüler und Lehrer der Grundschulen Mikulov, Znojmo, Hrušovany nad Jevišovkou und Retz