Sitzendorf freut sich auf eine stimmige Kellergasse. Unter dem Motto „Stimmen aus der Kellergasse“ findet am zweiten Juli-Wochenende (11./12.7.) in Sitzendorf das Musikfestival „hören:sitzendorf“ statt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 26. Juni 2020 (10:23)
Pianist David Hausknecht begleitet Josipa Bainac am 12. Juli am Klavier.
Kulturinitiative Sitzendorf

Im dritten Jahr wird den Besuchern unter der künstlerischen Leitung der österreichischen Komponistin Johanna Doderer wird den Besuchern wieder ein hochkarätiges Programm mit Kultur, Kulinarik und Wein geboten. 

Eröffnet wird das Festival mit einer musikalisch-literarischen Wanderung (11.7., 16 Uhr), die in der Mühlkellergasse ihren Ausgang nimmt und in die sommerlichen Weingärten führt. Soloklarinettist Simon Reitmaier sorgt für den musikalischen, Rezitator Johann Winkler für den literarischen Part. Bei mehreren Stationen wird der Wein der ortsansässigen Winzer verkostet, die zum Ausklang ihre Keller öffnen – mit einer Schmidataler Kellerjause und Live-Musik der Gruppe Burčáci.

Der Sonntag startet um 11 Uhr mit einer Open-Air-Matinee. Sopranistin Josipa Bainac und Pianist David Hausknecht präsentieren in der pittoresken Mühlkellergasse Werke von Robert Stolz, Franz Lehár, Gustav Mahler, Antonín Dvořák, Hugo Wolf, Franz Schubert, Robert Schumann und Franz Liszt sowie die Uraufführung einer Komposition von Johanna Doderer - mit aktuellem Bezug zu Coronasituation.

Der Eintritt ist an beiden Tagen frei, Spenden werden erbeten.

BIOGRAFIEN:  

Johanna Doderer. Komponistin, geboren in Vorarlberg, Großnichte von Heimito von Doderer, ist Trägerin zahlreicher Auszeichnungen (u.a. Ernst Krenek-Preis). Ihre musikalische Bandbreite umfasst neben Kammermusik und Orchesterwerken vor allem Opern. Aktuell hat sie ihre achte Oper fertig gestellt: „Schuberts Reise nach Atzenbrugg“ ist ein Auftragswerk für das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz, für das der ebenfalls im Bezirk Hollabrunn ansässige Kärntner Autor Peter Turrini das Libretto geschrieben hat. Das Weinviertel ist für die Künstlerin inspirierender Ort und Genusslandschaft gleichermaßen: Wie geschaffen für die Symbiose von Kulinarik, Wein und Kultur. 2018 hat Johanna Doderer die Leitung der Kulturinitiative Sitzendorf und der Konzertreihe „hören:sitzendorf“ übernommen.

Die österreichische Komponistin Johanna Doderer ist die künstlerische Leiterin des Musikfestivals „hören:sitzendorf“.
Maria Frodl

Simon Reitmaier. Der in Tirol geborene Klarinettist studierte an der Universität Mozarteum Salzburg und an der Privatuniversität Johannesgasse Wien. Er fungiert als Soloklarinettist in namhaften Orchestern und feierte 2013 sein Debüt in der Carnegie Hall mit dem Mahler Streichquartett. Konzerte führten ihn abseits von Europa auch nach Südamerika, Japan, Taiwan und in die USA. 2011 gründete er das Ensembles AIRstaunlich. Reitmaier wirkte bei zahlreichen CD-, Rundfunk- und TV-Produktionen mit. „Reitmaier hat einen wunderschön warmen, flexiblen Ton und eine fabelhaft dynamische Spanne. Die sanfte Melancholie seiner Klarinette hat Suchtpotenzial, aber das Instrument kann auch virtuos tanzen und keck hüpfen“, meint die Tiroler Tageszeitung.

Simon Reitmaier: Der Klarinettist begleitet die Wanderer am 11. Juli musikalisch durch die Weingärten.
Kulturinitiative Sitzendorf

Johann Winkler. Der in Niederösterreich geborene Rezitator studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Wien. Stationen seiner langen Karriere: 40 Jahre im wissenschaftlichen Bibliotheksdienst an der Universitätsbibliothek Wien; Leitung der Zentralen Katalogisierung der Fakultäts-, Fach- und Institutsbibliotheken; Gründung und Leitung der Oskar- Kokoschka-Dokumentation Pöchlarn (1973 bis 1994); Organisation der jährlichen Ausstellungen der Dokumentation; Herausgabe zahlreicher begleitender Kataloge und wissenschaftlicher Arbeiten; Kuratorentätigkeit für internationale Ausstellungen (Tate Gallery London, Kunsthaus Zürich, Guggenheim Museum New York, Kunstforum Länderbank Wien etc.). Winkler hat einen Zweitwohnsitz in Sitzendorf an der Schmida und ist Vorstandsmitglied der Kulturinitiative Sitzendorf, die das Musikfestival „hören:sitzendorf“ veranstaltet.

Josipa Bainac. Die in Kroatien geborene, mehrfach ausgezeichnete Sopranistin absolvierte ihr Gesangstudium an den Musikhochschulen Zagreb und Wien. Solistische Engagements in ganz Europa mit Orchestern wie der Camerata Hamburg, dem Orchester der Krakauer Oper, dem Sarajevo Symphony Orchestra oder dem Collegium Musicum Wien brachten ihr unter anderem umfangreiche Solo-Rezitals von Italien über Deutschland bis nach Dänemark und Schweden, Polen und Kroatien. Mit den Komponisten Johanna Doderer und Akos Banlaky pflegt sie eine langjährige Zusammenarbeit. Im Vorjahr wurde Josipa Bainac mehrfache Preisträgerin des 11. Internationalen Hilde-Zadek-Gesangwettbewerbs, der besonderen Schwerpunkt auf zeitgenössische Musik legt.

Josipa Bainac ist die Sopranistin der Matinee am 12. Juli in der Sitzendorfer Mühlkellergasse.
Kulturinitiative Sitzendorf

David Hausknecht. Der Pianist (Foto ganz oben) wurde in Tschechien geboren, studierte am Prager Jan-Neruda-Gymnasium und absolvierte diverse Meisterkurse. Nach seinem Debüt 2006 am Prager Rudolfinum mit der Tschechischen Philharmonie folgte eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Prager Kammerorchester. Ab 2011 absolvierte er ein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Er ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe. Hausknechts Debüt auf CD erfolgte 2018 mit Werken von Leoš Janáček auf dem originalen Flügel des Komponisten. Der Künstler lebt und arbeitet in Wien, wo er unter anderem als Lehrbeauftragter für Vokalbegleitung an der Universität für Musik und darstellende Kunst und für die angeschlossene alljährliche Internationale Sommerakademie tätig ist.