Georg Leeb: „Hab’ nix gegen den Bürgermeister“. SPÖ steht hinter ÖVP-Bürgermeister in Grabern. Bürgerliste prüft Amtsmissbrauch.

Von Sandra Frank. Erstellt am 10. Februar 2021 (05:00)
Georg Leeb (Team) ist enttäuscht, dass die Anliegen der Bürgerliste nicht einmal diskutiert wurden. Alfred Hoffmann (SPÖ) schlug sich auf die Seite der ÖVP und stimmte für den Ausschluss der Zuhörer.
Gemeinde

Walter Kommenda (ÖVP) bezeichnete es als ungeheuerlich, dass die Bürgerliste „Team – Gemeinsam für Grabern“ eine Gemeinderatssitzung einberufen und dann den Saal verlassen hat. Davon „papierlt“ fühlt sich auch SPÖ-Mandatar Alfred Hoffmann.

Warum seine Fraktion dafür stimmte, die Öffentlichkeit von der Diskussion rund um die Vergabe an die Firma des Bürgermeisters – dieser war bei der Sitzung übrigens nicht anwesend – auszuschließen? „Es ging nicht darum, etwas zu verbergen. Es ist eine rein persönliche G’schicht zwischen Herrn Stone4you und dem Bürgermeister“, spricht er Steinmetz Georg Leeb (Team) an. Der Bürgermeister habe nichts Falsches getan. „Eigentlich müsste er das gar nicht in den Gemeinderat bringen“, sagt der Sozialdemokrat.

„Sie patzen nur an, legen aber keine Beweise vor!“ SPÖ-Mandatar Alfred Hoffmann

Bei einer Direktvergabe dürften Aufträge bis zu 100.000 Euro im Gemeindevorstand vergeben werden. Die Liste würde „nur anpatzen, aber keine Beweise vorlegen“, meint Hoffmann. Solange alles im Rahmen der Gesetze ablaufe, sei es für seine Fraktion in Ordnung, wenn die Firma des Gemeindechefs Aufträge übernimmt.

Die Sitze der Team-Mandatare waren leer: Nachdem nicht wie geplant über das Vergabeverfahren diskutiert wurde, verließen die Gemeinderäte der Bürgerliste den Saal.
Frank

Dass Bürgermeister Herbert Leeb als Bauwerber, Planer und Baubehörde erster Instanz auftritt, sei Amtsmissbrauch, sagt hingegen Georg Leeb. Die Liste lässt derzeit eine Anzeige prüfen. Diese sei der letzte Ausweg, „aber was sollen wir machen, wenn wir nicht mehr reden können?“ Georg Leeb betont, dass er persönlich nichts gegen den Gemeindechef habe, er fordere nur mehr Transparenz. Bei dieser Planungsvergabe gebe es eben zu viele Widersprüche, die nicht ausdiskutiert werden konnten.

„Drücken wir auf Reset. Was soll passieren? Wir müssen uns fragen, welche Anforderungen wir brauchen; wie viele Mitarbeiter wir in Zukunft haben; außerdem sind wir Postpartner“, zählt Leeb auf. „Wir wollen mitgestalten“, bedauert Rudolf Bauer (Team) die verfahrene Situation. Georg Leeb ist selbst Unternehmer und sagt: „Ich würde niemals mit meiner Firma anbieten, wenn die Gemeinde etwas ausschreibt.“

Umfrage beendet

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