Schriftsteller lebt in der Wildnis - und schreibt darüber

Erstellt am 30. Mai 2022 | 07:15
Lesezeit: 3 Min
Der grenzüberschreitende Nationalpark Thayatal-Podyjí lädt den renommierten Schriftsteller Leonhard F. Seidl aus Fürth ein, einen Monat in der Wildnis des Tals zu leben und seine Erfahrungen zu Papier zu bringen.
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Seidl verbringt nun zwei Wochen auf der österreichischen Seite im Nationalpark Thayatal und danach zwei Wochen im tschechischen Národní park Podyjí am Ufer der Thaya; dort, wo einst der Eiserne Vorhang verlief.

Der Schriftsteller aus dem Frankenland spürt den Grenzen von Vergangenheit und Gegenwart nach. Im Schutzgebiet verschriftlicht er seine Beobachtungen, Empfindungen und Recherchen und möchte damit eine Vermittlerfunktion zwischen Natur und Gesellschaft einnehmen.

Lesungen in Retz und Znaim

Im Rahmen seines Aufenthaltes präsentiert Seidl sich und seine Arbeit bei zwei Lesungen („Wie unberührte Natur berührt“) der Öffentlichkeit: am 2. Juni, 19 Uhr, in der Stadtbücherei Retz (Hauptplatz 9) sowie am 10. Juni im Haus der Kunst des südmährischen Museums in Znaim (19 Uhr, Masarykovo nám. 11).

Außerdem bietet der Schriftsteller im Nationalpark Thayatal für alle Interessierten eine Nature-Writing-Schreibwerkstatt an. „Die Natur bietet ungeahnte Inspiration. Im Wahrnehmen, Erleben und Beschreiben der Natur tun sich neue Sichtweisen auf, wir lernen über die Natur und über uns“, lädt Seidl ein. Die Teilnahme an Lesungen und Schreibwerkstatt ist kostenlos. Der Termin der Schreibwerkstatt wird auf der Homepage des Nationalparks Thayatal bekannt gegeben.

Ziel des Stipendiums ist es, die grenzüberschreitenden Kontakte zwischen den Menschen in Österreich und Tschechien zu pflegen und ihnen die Historie und Gegenwart des Nationalparks Thayatal näherzubringen. Somit wird der Schriftsteller zum wandelnden Botschafter, der symbolisch eine physische Verbindung zwischen den beiden separat verwalteten Nationalparks schafft, die einen gemeinsamen Naturraum schützen.

Zur Person:

Leonhard F. Seidl, geboren 1976 in München, ist Schriftsteller, Journalist, Herausgeber und Dozent für Kreatives Schreiben. Er hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, unter anderem das Nationalparks Austria Medienstipendium 2020 und das Waldzeit Thoreau-Stipendium 2.2 im Nationalpark Bayerischer Wald. Er ist Autor von sechs Romanen, zahlreichen Kurzgeschichten, Artikeln, Kommentaren und Essays, unter anderem für taz und Süddeutsche Zeitung, und hat drei eigene Kurzgeschichtenbände und drei Anthologien herausgegeben. 2021 konzeptionierte und organisierte er das Symposium Literatur und ökologische Praxis mit. Seidl lebt in Fürth und im Taubertal.

www.textartelier.de

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