Wer aus dem Bezirk aufs Hohe Haus hoffen darf. Frist für Wahlvorschläge ist vorbei. Naderer kein Kandidat, sondern „1. Hackler“.

Von Christoph Reiterer und Sandra Frank. Erstellt am 23. August 2017 (05:32)
SPÖ-NÖ-Spitzenkandidaten Sonja Hammerschmid war auf Weinviertel-Tour und besuchte dabei Seefeld-Kadolz. In der Vinothek stieß die Ministerin mit (v.l.) Wahlkreis-Leaderin Melanie Erasim (Mistelbach), Bürgermeister Georg Jungmayer, Regionalmanager Johann Keminger (Mistelbach), Bezirksfrauenvorsitzender Elke Stifter und Bezirksvorsitzendem Richard Pregler an.
Franz Enzmann

Am 18. August, 17 Uhr, war der letztmögliche Zeitpunkt für die Einbringung von Landeswahlvorschlägen. Österreichweit werden zehn Parteien bei der Nationalratswahl am 15. Oktober antreten: die derzeitigen Parlamentsfraktionen SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und NEOS, die Listen von Peter Pilz, Karl Schnell (FLÖ), und des Kabarettisten Roland Düringer (G!LT) sowie die von Ex-Stronach-Anhängern unterstützten „Weißen“ und die KPÖ.

Die Bezirkskandidaten Elfriede Hofmann (3.v.r.), Denis Thompson (3.v.l.) und Georg Ecker (4.v.r.) waren mit dem Grünen-Tross rund um Spitzen-kandidatin Ulrike Lunacek beim Zwiebelfest in Laa.
Fröschl

Aus dem Bezirk Hollabrunn sollte ÖVP-Abgeordnete Eva-Maria Himmelbauer, Nummer eins im Regionalwahlkreis – der die Bezirke Hollabrunn, Korneuburg und Mistelbach umfasst – und Nummer zwei auf der Landesliste, den Wiedereinzug ins Parlament schaffen. Nicht zuletzt deshalb, weil die 30-Jährige bei der letzten Wahl die absolute Vorzugsstimmenkaiserin im Weinviertel war.

Der zweite amtierende Abgeordnete, Christian Lausch, darf sich als Erster im Wahlkreis und Sechster der FPÖ-Landesliste ebenfalls berechtigte Hoffnungen machen, erneut ins Hohe Haus einzuziehen. Das will jetzt auch sein ehemaliger Parteikollege Wolfgang Scharinger für die FLÖ schaffen – als Sechster der Landesliste und Zweiter im Wahlkreis hinter Zugpferd Barbara Rosenkranz.

Bei der SPÖ ist Richard Pregler als Dritter im Wahlkreis und 36. auf der Landesliste für den Bezirk am weitesten vorne positioniert – für ein Mandat nicht weit genug.

Grüner Ecker: „Ich halte nichts vom Personenkult“

Hollabrunns SPÖ-Fraktionschef Alexander Eckhardt gab am vergangenen Freitag bekannt, für Kanzler Kern in den Wahlkampf zu ziehen und auf der Bundesliste der SPÖ zu kandidieren – zwar an 461. und vorletzter Stelle, Ziel sei es jedoch, möglichst viele Stimmen in der Gemeinde und im Bezirk Hollabrunn sowie auch an seinem aktuellen Arbeitsort Wien für die SPÖ zu gewinnen.

Den Grünen, die die Maissauerin Elfriede Hofmann auf Platz drei im Wahlkreis gereiht haben, gehe es vor allem darum, mit allen Kräften die Neuauflage von Schwarz-Blau zu verhindern. „Ich halte nichts vom Personenkult, der in verschiedenen Parteien derzeit vorherrschend ist“, sagt Georg Ecker, der sich am Ende der Wahlkreisliste befindet.

Alle notwendigen Unterschriften erreicht: Walter Naderer steht Roland Düringer zur Seite. Eine Kandidatur für die Nationalratswahl reizt den Unternehmer aus Limberg aber nicht.
Michael Permoser

Nicht auf der Kandidatenliste von „G!LT“ steht der parteilose Landtagsabgeordnete Walter Naderer, laut E-Mail-Signatur „1. Hackler im Koordinationsbüro“ von Roland Düringer. „Die Chancen, ins Parlament einzuziehen, stehen sehr gut. Das geht aus der Dynamik der Unterstützungserklärungen hervor“, meint der Limberger.

Dass er selbst nicht ins Rennen geht, sei von Anfang an so vereinbart gewesen, denn auf Düringers Liste sollten keine Berufspolitiker stehen. Naderers Aufgabe war es, Organisationsstrukturen auf die Beine zu stellen sowie Kandidaten zu finden und betreuen. Sie sollen frischen Wind ins Polit-Leben bringen und neugierig machen.