Polit-Streit um Arztpraxis in Hadres. Die ÖVP tritt für eine Ordination im Gebäude der Neuen Mittelschule ein. Die Sozialdemokraten stimmten einhellig dagegen.

Von Franz Enzmann. Erstellt am 29. März 2018 (05:19)
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ÖVP-Ortschef Karl Weber (li.) will die Arztpraxis im Schulgebäude, SPÖ-Chef Hermann Fürnkranz (re.) ist dagegen und schlägt Alternativstandorte vor. Fotos: Enzmann

VP-Bürgermeister Karl Weber legte dem Ortsparlament im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung vier Dringlichkeitsanträge zur Behandlung vor.

Bei der Beschlussfassung über die Vermietung von Räumlichkeiten in der Neuen Mittelschule für eine künftige Arztpraxis der Allgemeinmedizinerin Stephanie Rechberger stimmte die SPÖ-Fraktion geschlossen dagegen.

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SPÖ-Chef Hermann Fürnkranz ist dagegen und schlägt Alternativstandorte vor.

SP-Chef Hermann Fürnkranz fühlt sich in die Entscheidung nicht eingebunden. Er und seine Mitstreiter befürchten Reibereien im Schulgebäude. Außerdem könnten Krankheitskeime in die Mittelschule eingeschleppt werden. Der Gegenvorschlag zum Dringlichkeitsantrag der ÖVP lautete auf vorübergehende Unterbringung der Arztpraxis im Haus „Betreutes Wohnen“ in Obritz.

„Längerfristig sollte im jetzigen Landeskindergarten ein kleines Ärztezentrum entstehen, da im heurigen Jahr auch die Haugsdorfer Zahnarztpraxis ihre Pforten schließt“, meinte Fürnkranz. „Der Schulbetrieb wird durch die neue Praxis nicht in Mitleidenschaft gezogen“, erwiderte Weber. Die ÖVP-Mehrheit setzte ihren Antrag durch.

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ÖVP-Ortschef Karl Weber will die Arztpraxis im Schulgebäude.

Der Resolution gegen den Beschluss der Abschaffung des Pflegeregresses stimmten dann alle Mandatare zu. Die Gemeinden befürchten, bei der zukünftigen Finanzierung kräftig mitzahlen zu müssen.

Der Rechnungsabschluss 2017 wurde ebenso einstimmig beschlossen – ohne Wortmeldung zum Zahlenkonvolut. Abschließend teilte Weber mit, dass im Kindergartenjahr 2019/2020 nicht alle Sprösslinge in den beiden Gruppen im Landeskindergarten untergebracht werden können. Es erfolgt diesbezüglich ein Antrag an das Land NÖ.