"Nomaden-Familie" sieht keine Zukunft mehr in Obritz

Erstellt am 03. Februar 2023 | 11:56
Lesezeit: 4 Min
Die große mediale Aufmerksamkeit, in welche die in der Kellergasse mit sechs Kindern lebende Familie Landon geraten ist, hat unmittelbare Folgen. Wie der NÖN mitgeteilt wurde, seien die Kinder nach dem Polizeieinsatz dermaßen verängstigt, dass die Familie hier keine Zukunft mehr sehe. Außerdem musste die Polizei nochmals in der Kellergasse von Obritz anrücken.
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Wie berichtet, hatten die Anrainer vor einer Woche die Behörden auf den Plan gerufen, weil Kinder in der Kellergassen wohnten. Als zwei Beamte das besagte Presshaus aufsuchten, wurden sie vom Vater, Thomas Landon, mit einem Pfefferspray attackiert und die Polizei wurde gerufen.

Diesmal wurde die Exekutive von Landon selbst gerufen, weil die Tür einer Kellerröhre, in der diverse Alltagsgegenstände der Familie gelagert waren, unerklärlicherweise weit offenstand. Landon und auch die Polizei waren sicher, dass die Tür nach der Polizeiaktion mit einem Schloss versperrt worden war.

Inzwischen hat sich die Familie entschlossen, ihr Zuhause in der Kellergasse Obritz zu verlassen. „Wir werden auch unser Haus im Waldviertel aufgeben“, erzählt Landon im NÖN-Gespräch. Geplant war, in den nächsten Monaten nach Sizilien zu gehen – „zumal es dort wärmer ist und ich ein Haus in Ragusa besitze, das ich, wie die Immobilien in Obritz, auch verkaufen möchte.“

"Kinder waren Hausgeburten in Österreich"

Wo die Familie hinzieht, das möchte er nicht sagen. „Es ist so viel Unsinn in den Medien berichtet worden, wie etwa, dass meine Frau, meine Kinder und ich selbst britische Staatsbürger seien.“ Aus diesem Grund hätten sich so viele britischen Medien bei ihm und bei Vizebürgermeister Greil gemeldet. „Leider sind dann Unwahrheiten verbreitet worden. Tatsache ist, dass meine Kinder alle durch Hausgeburten in Österreich zur Welt gekommen sind. Und wir werden jetzt nachträglich die Geburtsurkunden ausstellen lassen.“ Ein Kind der Familie ist sieben Jahre alt und somit bereits schulpflichtig. „Wir unterrichten unsere Kinder zu Hause, das ist in Österreich vom Gesetz her möglich.“

Thomas Landon hat ein bewegtes Leben geführt. Er lebte unter anderem in London, in der Dominikanischen Republik und viele Jahre in Berlin. Dort war er bis 2013 als Versicherungsagent tätig und ist seither Privatier. Fragen über seine finanzielle Situation möchte er nicht beantworten. 

Ob er gläubig sei, fragte die NÖN. Er sei zwar nicht wirklich ein religiöser Mensch, so Landon, aber Gott sei für ihn wichtig, daher werde in der Familie auch gebetet. 

Landon zeigte der NÖN das Presshaus und die Kellerröhre mit den Vorräten. Seine Frau habe die Vorräte sehr übersichtlich angeordnet. In einem anderem Presshaus hat er Pflanzen wie Sommerflieder vorgezogen, um sie dann im Frühjahr auszusetzen.

Kinder weiter in Obhut der BH

Die Kinder sind indes weiterhin in Obhut der Bezirkshauptmannschaft, wie BH-Chef Karl-Josef Weiss am Freitag (3.2.) auf NÖN-Anfrage bestätigte. Eine DNA-Analyse steht noch aus, die die Abstammung der Kinder klären soll. Und dann wird es darum gehen, ob diese überhaupt wieder in die Obhut von Thomas Landon und seiner Frau kommen können. Gegen den Vater besteht übrigens ein aufrechtes Waffenverbot.

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