Museumsdorf feiert Jubiläum mit Hollabrunner Touch . Das Museumsdorf Niedersulz feiert heuer sein 40-jähriges Bestehen. Im Saison-Programm sind daher einige Highlights zu finden. Seine Porten öffnet das Museumsdorf bereits am 15. April, der große Festakt findet am 5. Mai statt.

Von Sandra Frank. Erstellt am 06. April 2019 (14:23)

„Wir feiern das ganze Jahr“, verkündet Veronika Plöckinger-Walenta, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leiterin im Museumsdorf Niedersulz. Dieses feiert heuer nämlich seinen 40er.

Saisonstart ist am 15. April, groß gefeiert wird am 5. Mai. An diesem Tag herrscht Hochbetrieb in den Häusern und Werkstätten. Kulturvermittler – viele von ihnen sind seit der Gründung durch Josef Geissler mit dabei – sind dort anzutreffen und erzählen über ihren Alltag in Niederösterreichs größtem Freilichtmuseum. Dieses „belebte Dorf“ wird den Besuchern aber nicht nur beim Festakt geboten, sondern die ganze Saison jeden Samstag, Sonntag und Feiertag. Räume, die sonst nicht zugänglich sind, werden an diesen Tagen gezeigt.

In angenehmer Atmosphäre Wissen vermitteln

„Persönliche Vermittlung der Dorfgeschichte(n) sind uns besonders wichtig“, unterstreicht Plöckinger-Walenta. Diesen Anspruch stellt das Museumsdorf Niedersulz an sich selbst: Die Besucher sollen einen schönen und angenehmen Tag hier verbringen, aber auch etwas Neues mitnehmen.

Ein weiterer Höhepunkt des Jahres wird die Eröffnung der Wagnerei Halmschlag sein. Sie ist eine der ersten großen Attraktionen, wenn man das Museumsdorf betritt. „Es war inhaltlich und handwerklich ein sehr schönes Projekt“, erzählt die wissenschaftliche Leiterin, dass die Wagnerei vor etwa fünf Jahren in Hollabrunn abgebaut wurde. „Wir haben alles mitgenommen“, lacht Plöckinger-Walenta. „Die Wagnerei hat ausgesehen, als hätte Herr Halmschlag sie gerade erst verlassen.“ In Wirklichkeit war die letzte Wagnerei der Bezirkshauptstadt von 1911 bis 1981 im Betrieb.

Hollabrunner Wagnerei Halmschlag bekommt Ausstellung

Die Werkzeuge wurden allesamt gereinigt und konserviert, die Maschinen waren beim Metallrestaurator, die Fenster wurden komplett zerlegt, saniert und konserviert. „Sie sind so wunderschön geworden, ich schwärme die ganze Zeit davon“, erzählt Plöckinger-Walenta beim Pressefrühstück. Neben der Wagnerei samt Stadl, Werkzeugen, Geräten und „Hobelscharten der letzten 100 Jahre“ übergab der Jüngste der drei Franz-Halmschlag-Generationen dem Museumsdorf auch alle Unterlagen und Rechnungsbücher des Familienbetriebs. So wird es zur Haus- und Familiengeschichte eine eigene Ausstellung geben.

Die Wagnerei Halmschlag ist nicht das einzige Gebäude aus dem Hollabrunner Bezirk, welches in den Gänserndorfer übersiedelte. Die Radlbrunner Volksschule ist dort ebenfalls zu besichtigen.

Hutter-Gemüsegarten wird am 7. Juli eröffnet

Rund um die Werkstätten und Häuser sind Gärten mit verschiedensten Pflanzen und Kräutern angelegt. Gärtner Alexander Schneider kennt hier nahezu jedes Gewächs. Sein aktuelles Projekt: der Hutterer-Gemüsegarten, der auf etwa 20 Quadratmetern hinter dem Täuferhaus angelegt wird. Dort werden spezielle Sorten wachsen, die typisch für die Glaubensgemeinschaft der Hutterer waren. Dieser Garten wird am 7. Juli eröffnet.

„Sonst haben wir Bauerngärten“, erklärt Schneider. Diese waren funktional und in der Nähe des Hauses. Dort wurden Nutzpflanzen und Kräuter angebaut, die auch als Medizinschrank dienten. Die Vorgärten waren repräsentativ. „Je üppiger, umso besser“, weiß der Gärtner. Darum pflanzt er mit seinem Team im Herbst zwischen 1.000 und 2.000 Tulpen, die im Frühjahr für eine Farbenpracht sorgen.

"Museumsdorf ist der Vorgarten von Wien"

Auf seine Gärten ist das Museumsdorf Niedersulz auch deswegen besonders stolz, weil sie Auszeichnungen ins Haus holen. Den „Goldenen Igel“ von „Natur im Garten“ gab es heuer erneut. „Durchgehend seit 2012“, wie Plöckinger-Walenta betont.

Für den operativen Geschäftsführer Peter Fritz ist das Museumsdorf „der Vorgarten von Wien“. Rund 40 Minuten benötigen Wiener, ehe sie „auf 22 Hektar in eine andere Welt eintauchen können“.