Fast alle Nappersdorfer Parteien für Klimaschutz. Was muss getan werden, um der Abwanderung entgegenzuwirken? Was für einen guten Klimaschutz? Diesen Fragen stellten sich die Kandidaten der ÖVP, SPÖ und FPÖ.

Von Sandra Frank. Erstellt am 24. Januar 2020 (05:11)
Martin Eckl (li.) stellt für die ÖVP denBürgermeisteranspruch. Franz Fischer (Mitte) ist das Gesicht der SPÖ in Nappersdorf-Kammersdorf. Konrad Köppl (ganz rechts) will die FPÖ im Gemeinderat vertreten. Fotos: ÖVP, SPÖ, privat
ÖVP, SPÖ, privat

Seit 2015 hat die Marktgemeinde einen ÖVP-Bürgermeister. Die Ausgangslage: Zehn der 19 Mandate entfallen auf die ÖVP. Gottfried Pompe war die vergangenen fünf Jahre der Gemeindechef, in den Wahlkampf zog nun jedoch Jungwinzer Martin Eckl. Er sieht sich mit zwei Konkurrenten konfrontiert: Franz Fischer steht bei der SPÖ an der Spitze, mit Konrad Köppl fand sich in der Gemeinde jemand, der die FPÖ vertreten will.

Was sagen die drei Spitzenkandidaten dazu, dass die Bevölkerungszahlen in der Gemeinde schrumpfen?

Martin Eckl stellt für die ÖVP denBürgermeisteranspruch.
ÖVP

„Wir haben vor, weiter Bauplätze auf gemeindeeigenen Gründen zu schaffen und den Wohnungsbau voranzutreiben“, verrät Eckl. In konkreter Umsetzung sei das Projekt „Betreubares Wohnen“ in Kleinweikersdorf. Die Ortskernbelebung sei ein großes Anliegen; eine gute Internetverbindung werde ebenfalls stark forciert.

„Wir hatten einfach keine offensive Bauplatzpolitik“, ärgert sich Fischer über die vergangenen Jahre. Die Infrastruktur in der Gemeinde sei mit zwei Greißlern, einem Arzt, einer bekannten Tierärztin sowie Kindergarten, Volksschule und Hort „nicht schlecht“. Das müsse mehr beworben werden. „Es muss was passieren, sonst sind Volksschule und Kindergarten in Gefahr.“

„Wenn Nappersdorf-Kammersdorf immer kleiner wird, könnte das bedeuten, dass sich um dieses Thema seit Jahren niemand gekümmert hat“, meint Köppl. Die Gemeinde sei ein schöner Ort zum Leben, das solle auch von außerhalb erkennbar sein. „Weniger Streit und stattdessen mehr Gemeinsamkeit, wie Dorffest, Kirtag sowie Aufwerten der Feuerwehr und der Ortsvereine“, empfiehlt der Freiheitliche.

Wie stehen die Listenersten zum Klimaschutz?

„Es gibt bereits Photovoltaik-Anlagen am Gemeindegebäude“, spricht Eckl über einen ersten Schritt. Weitere Anlagen seien geplant, „eventuell sogar mit Bürgerbeteiligung“. Der hohe Baumbestand soll erweitert werden, um den Schatten mit seinem besonderen Mikroklima zu nutzen. Die Straßenbeleuchtung wurde bereits zum Großteil auf LED umgestellt, dieses Projekt wird weiterlaufen, so der ÖVP-Bürgermeisterkandidat.

Franz Fischerist das Gesicht der SPÖ inNappersdorf-Kammersdorf.
SPÖ

„Es sind viele kleine Rädchen, an denen gedreht werden muss“, meint Fischer. Der Sozialdemokrat weiß, dass hier die große Industrie mit den kleinen Bürgern an einem Strang ziehen muss, um wirklich etwas bewirken zu können.

„Die Auswirkungen müssen noch drastischer sein, damit’s die Leute einsehen“, ortet er „leider“ immer noch die Einstellung: „Ja, wir müssen etwas tun, aber fangts beim Nachbarn an.“

Eine ganz andere Meinung zum Klimaschutz hat der Freiheitliche: „Das ist Angstmacherei; ein Thema für Ideologen, Großabzocker und Weltbeherrscher.“

Konrad Köppl will die FPÖ im Gemeinderat vertreten.
privat

Es fehle eine sachliche Abhandlung aufgrund einer neutralen, weltweit gültigen Expertise samt weltweit gültigen Regeln. Köppl hielte es für sinnvoller, mit dem Geld, das für Klimaschutz verwendet wird, Initiativen zu starten, die Dreck aus dem Meer fischen oder Bildung nach Afrika bringen.

Was wünschen sich die Kandidaten am Sonntag für ein Ergebnis?

„Wir freuen uns über jeden Stimmenzuwachs“, meint Martin Eckl, dass in der letzten Periode Gutes geleistet wurde. „Ich werde der Sieger sein: Entweder, gewinn’ ich die Wahl oder mehr Freizeit“, gibt sich Franz Fischer sportlich. Konrad Köppl weicht aus: „Ich habe kein persönliches Interesse außerhalb des Gemeinwohls, darum könnte ich einiges für ein homogenes Gemeindeleben beitragen.“