Standler am Retzer Genussmarkt genießen Kontakt. NÖN-Lokalaugenschein, bevor endlich auch wieder mit Touristen gerechnet werden darf.

Von Sarah Marie Piskur. Erstellt am 16. Mai 2021 (04:10)
Der Räucherfisch von Gerhard Heger erfreut sich am Retzer Markt größter Beliebtheit.
Enzmann

Jeden Samstag findet am Retzer Hauptplatz der Genussmarkt statt, bei dem Betriebe aus der Region ihre Erzeugnisse präsentieren und vertreiben. Die Vielfalt der Produkte spiegelt sich in den ebenso unterschiedlichen Ausstellern wider.

Zwischen geräuchertem Fisch und Honigprodukten findet man frische Blumen und Weine aus dem Retzer Land. Neben dem Verkauf ihrer Waren ist den Ausstellern vor allem der Kontakt zu ihren Kunden wichtig: „Es ist einfach schön, unter Leute zu kommen und mit allen reden zu können. Das ist mit Corona nicht immer selbstverständlich“, sagt Felicity Goodwin über ihre Arbeit am Genussmarkt. Mit ihrer Kollegin betreut sie den Stand für „Gutes vom Gutshof“, einem sogenannten „Market Garden“, der in Unternalb zu Hause ist und unterschiedlichste Gemüsesorten anbaut.

Bietet nicht nur Honigprodukte an, sondern kauft am Markt auch selbst gern ein: Alexandra Slavik von der „Naturgilde“.
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Eduard Donn, der einen Weinbaubetrieb in Retz bewirtschaftet, sieht es ähnlich: Für ihn ist der größte Verlust, dass noch keine Touristen kommen dürfen. „Das sind eigentlich immer meine besten Kunden gewesen. Die meisten kommen extra wegen dem Wein nach Retz“, erzählt er und schenkt für eine Kundin ein „Achterl zum Gehen“ ein. Direkt am Stand dürfen Wein, Frizzante und Traubensaft nicht konsumiert werden. Deshalb hat er eigene Gläser angeschafft, die mit einem Deckel verschlossen werden können. „Dadurch kommen wenigstens keine Insekten rein, aber die Verkostungen fallen trotzdem weg.“

Ein paar Meter weiter räuchern Gerhard Heger und Manfred Rudiger Fische, die von den Besuchern erworben werden können. „Das Räuchern habe ich in Skandinavien, in Alaska und in Kanada gelernt“, erzählt Rudiger mit einem Lächeln, das trotz Maske erkennbar ist. „Mir ist wichtig, dass wir keine chemische Lache verwenden. Die selbst gekochte aus Suppe und Gewürzen schmeckt auch viel besser“, betont er.

Die Lache ist jene Flüssigkeit, in die der Fisch bis zu 15 Stunden lang eingelegt wird, bevor er in den Räucherofen kommt. Das fertige Produkt von „Hegers Genussgreisslerei“ ist sehr beliebt. Auch viele Standler-Kollegen reservieren bereits beim Aufbau den geräucherten Fisch: „Wenn ich herkomme, bestelle ich immer gleich einen. Der Fisch ist sonst immer als erstes ausverkauft“, meint Alexandra Slavik von der „Naturgilde“ aus Kleinstelzendorf. Im Zwei-Wochen-Rhythmus wechselt sie sich mit einer anderen Imkerei ab, um ihre Honigprodukte zu verkaufen. Wenn sie da ist, erledigt sie am Genussmarkt ihren Wocheneinkauf: „Wenn ich schon da bin, bietet es sich an. Die Produkte sind alle sehr gut und bei manchen Sachen muss man wirklich schnell sein.“