Hollabrunns Parteien: Jeder will das Gleis. Geht es nach den Worten der Lokalpolitik, führt am Ausbau der Nordwestbahn-Strecke kein Weg mehr vorbei.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. Januar 2020 (04:22)
Interessante Polit-Debatte in der „Location2020“: Wolfgang Scharinger,Gerog Ecker, Moderator Christoph Reiterer, Bürgermeister Alfred Babinsky, Friedrich Dechant und Christian Lausch.
Franz Enzmann

Der Countdown zur Gemeinderatswahl läuft. Um einen Überblick über die Inhalte der wahlwerbenden Parteien in der Bezirkshauptstadt zu geben, lud die Hollabrunner NÖN zu einer Podiumsdiskussion mit den Spitzenkandidaten. Diese standen in der „Location2020“ in der Pfarrgasse Rede und Antwort. Einen Auszug davon finden Sie nebenstehend sowie auf NÖN.at!

Ein Thema, an dem man weder bei der Infrastruktur noch beim Klimaschutz vorbeikam, war der zweigleisige Ausbau der Nordwestbahnstrecke. Aus dem Publikum kam die Frage, ob es hier nun durch die grüne Verkehrsministerin einen Durchbruch geben könnte.

„Wir liegen mitten in Europa. Es wäre wünschenswert, wenn wir auch mit dem öffentlichen Verkehr mitten in Europa angebunden wären“Wolfgang Scharinger

„Zwei Milliarden für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sind einzigartig, so etwas hat es noch nie gegeben“, verwies Georg Ecker von den Grünen auf das Regierungsprogramm. Allerdings habe Christian Lausch (FPÖ) recht, wenn er sagt, dass ein zweigleisiger Ausbau nur dann möglich sei, wenn Bund, Land und Gemeinden an einem Strang ziehen. „Der VOR wird blockiert und ist stark vom Land getrieben. Das Land muss bereit sein, mitzuzahlen.“

„Der Verkehrsminister hat auch nicht unendlich viel Geld“, gab es Schützenhilfe von Lausch. Der Bahn-Ausbau wäre ein wichtiger Schritt in Sachen Klimaschutz. „Geld hat keine Farbe. Entweder man will oder man will nicht.“

Friedrich Dechant (SPÖ) sieht das ähnlich. Das Land NÖ sei gefragt, bot er einen Vergleich: „Das Kulturbudget beträgt zwei Milliarden. Das Budget für den öffentlichen Verkehr sind 120 Millionen. Da sieht man, was der öffentliche Verkehr dem Land wert ist.“

„Wir liegen mitten in Europa. Es wäre wünschenswert, wenn wir auch mit dem öffentlichen Verkehr mitten in Europa angebunden wären“, ist ein zweites Gleis zwischen Stockerau und Hollabrunn auch für Wolfgang Scharinger anzustreben.

Das sei das langfristige Ziel, ging ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky d’accord. Wichtig sei aber, kurzfristig die Verspätungen auf der Nordwestbahnstrecke in den Griff zu bekommen. Und hier sei eben der abschnittsweise Ausbau der Strecke der richtige Weg. -sf, cr-