Retz , Stockerau

Update am 06. Dezember 2018, 09:18

von Sandra Frank

Fahrplandialog: „Plötzlich ist es ein Mörderthema“. Rot, Grün und Blau vermissten Einladungen zur Besprechung. Richard Hogl (VP) war bei der Diskussion dabei.

Symbolbild: NÖN  |  NOEN

Update am Donnerstag, 9.18 Uhr:

Eingeladen zum Fahrplandialog in Stockerau hatte die NÖ.Regional.GmbH. Diese beantwortete die NÖN-Anfrage nach Redaktionsschluss der Printausgabe: „Adressatenkreis waren alle Gemeinden des Bezirks Hollabrunn und des Bezirks Korneuburg“, sagt Büroleiterin Doris Fried. Konkret wurden jeweils der Bürgermeister sowie die jeweiligen Mobilitätsbeauftragen  - die von der Gemeinde ernannt werden -  eingeladen.

NÖN.at hatte zuvor berichtet:

Ende November fand in Stockerau ein Fahrplandialog statt. Dabei ging es nicht nur um Änderungen im Fahrplan, es konnten auch Verbesserungsvorschläge eingebracht werden. „Diese hätten die Roten aus dem Bezirk gerne eingebracht, zum Fahrplandialog eingeladen war die Bezirksspitze allerdings nicht“, heißt es in einem aktuellen Flugblatt der Bezirks-SPÖ.

Ecker erfuhr nur durch Zufall vom Termin

„Gerade weil wir uns so aktiv für Verbesserungen einsetzen, wäre es schön gewesen auch uns einzuladen“, sagt SPÖ-Bezirksvorsitzender Richard Pregler.

Georg Ecker, designierter Grünen-Abgeordneter, fordert klare Regeln beim Wahlrecht.  |  Dusek

Georg Ecker, Landtagsabgeordneter der Grünen, habe nur durch Zufall von diesem Termin erfahren. Christian Lausch, Nationalratsabgeordneter der Freiheitlichen, wurde auch nicht eingeladen. „Ich finde es schade Der Fahrplandialog ist gerade für uns Politiker eines Pendlerbezirks sehr wichtig“, schätzte Lausch den Austausch in den vergangenen Jahren, in denen er Einladungen erhalten hatte, sehr.

„Der Fahrplandialog wurde nicht von uns organisiert, wir sind nur gerne als Experten dabei“, sagt Georg Huemer, Sprecher des Verkehrsverbunds Ost-Region (VOR). Er kann aber eines mit Sicherheit sagen: „Es wurden sicher nicht nur ÖVP-Bürgermeister eingeladen.“ Solche Einladungen gehen üblicherweise an die Gemeinden und werden von dort aus verteilt.

„Es wäre mutig, wenn die SPÖ dazu stehen würde, dass sie zwölf Jahre nichts gemacht hat“Landtagsabgeordneter Richard Hogl (ÖVP)

„Es ist über den zweigleisigen Ausbau gesprochen worden. Aber auch über sonstige Verbesserungen auf dieser Strecke“, sagt Landtagsabgeordneter Richard Hogl (ÖVP), der am Fahrplandialog teilnahm. Er betont, dass gerade in Breitenwaida ein zweites Gleis nicht möglich sei, ohne in die Grundrechte der Anrainer einzugreifen. Eine Vorgangsweise, die er ablehnt. Außerdem gelte es, an die Kosten zu denken: „Ein Kilometer Gleis kostet zwischen 13 und 15 Millionen Euro.“

Richard Hogl (VP) spricht von unterträglicher Situation derPendler.  |  NOEN

„Es wäre mutig, wenn die SPÖ dazu stehen würde, dass sie zwölf Jahre nichts gemacht hat“, spielt Hogl auf jene Jahre an, in denen die Sozialdemokraten den Kanzler und den Verkehrsminister stellten. „Und seit der letzten Nationalratswahl und der neuen Regierung ist es das Mörderthema.“

Stefan Hinterberger, stellvertretender SPÖ-Bezirksvorsitzender aus Göllersdorf, schüttelt darüber den Kopf: „Die Forderung gibt es seit vielen, vielen Jahren.“ Er erinnert an die Aktion der Hollabrunner SPÖ, als sie 2009 symbolisch ein zweites Gleis legte. „Es müssen alle mitspielen, damit sich etwas bewegt“, liege ein zweigleisiger Ausbau nicht allein am Verkehrsminister. „Außerdem, das Geld kommt vom Finanzminister ...“, erinnert Hinterberger, dass diese Position fest in schwarzer Hand sei.

Ecker erfuhr kurzfristig vom Fahrplandialog und ließ sich von Didi Pfeiler, Grünen-Gemeinderat in Stockerau, vertreten. Dieser habe die Anliegen der Hollabrunner gut dargebracht, wie Ecker im Gespräch mit der NÖN berichtet. „Der zweigleisige Ausbau der Nordwestbahnstrecke ist notwendig, damit es weniger Verspätungen gibt und auf der Strecke auch in Zukunft alle Fahrgäste befördert werden können“, so der Landtagsabgeordnete.

Da der Hollabrunner Raum stetig wachse, könne die Bahn künftig mehr Andrang erwarten. „Wir brauchen ähnlich viele Verbindungen wie Mistelbach.“ Ein „super Tourismusplus für unseren Bezirk“ wäre ein Stundentakt für Regionalzüge am Wochenende.