Hollabrunnerstraße: Gemeinde reagierte auf Kritikpunkte. Anrainer schalteten die Kinder- und Jugendanwaltschaft für NÖ ein.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:57)
Ging aus- führlich auf die Kritik ein: Bürgermeister Alfred Babinksy (ÖVP).
NÖN, NÖN

Die Beschwerde der Anrainer Lilly Damm und Heinz Mayer rief sogar die Kinder- und Jugendanwaltschaft Niederösterreich auf den Plan, da hier auch Kinderrechte betroffen seien. Juristin Gabriela Peterschofsky-Orange forderte die Stadtgemeinde zu einer Stellungnahme auf. Eine solche wurde im April verfasst.

Der Bürgermeister umreißt darin die Entstehung von Oberfellabrunn, wo ein konkretes Zentrum aufgrund der Siedlungsstruktur nicht klar erkennbar sei. Rund 800 Fahrzeuge würden täglich die Hollabrunnerstraße passieren, die Fahndorferstraße (Landesstraße) weise rund 3.000 Fahrzeuge pro Tag auf.

„Bei insgesamt 15 Einsätzen war die höchste gemessene Geschwindigkeit 51 km/h.“ Aus dem Antwortschreiben von Bürgermeister Alfred Babinsky an die Jugendanwaltschaft

Auf Wunsch der Eltern seien beim Kindergarten Stellplätze errichtet worden, damit die Kinder gesichert aus- und einsteigen können. Schutzwege wurden aufgrund des zu geringen Verkehrsaufkommens bislang abgelehnt. Hintergrund: Viele Unfälle mit Fußgängern passieren auf Schutzwegen mit geringer Frequenz, weil diese ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln.

Die Verbannung der Fußgänger auf den Gehsteig, damit Fahrzeuglenker die Straße ungehindert benützen können, sei bei einem Verkehrsaufkommen wie in der Hollabrunnerstraße nicht der Zugang der Stadtgemeinde Hollabrunn. Außerdem gebe es Engstellen, wo die Straßenbreite die Errichtung eines Gehsteiges verhindert.

Das Verkehrszeichen „Achtung Kinder“ gebe es in beiden Fahrtrichtungen seit Jahren. Dem Vorschlag zur Erneuerung der Bodenmarkierung sei die Gemeinde nachgekommen. Bezüglich der Einhaltung der 30er-Beschränkungen führe die Polizei regelmäßig Kontrollen im Auftrag der BH Hollabrunn durch. „Messungen in der Morgen- und Abendspitze ergaben, dass etwa 90 Prozent der Lenker die Beschränkung einhielten. Bei insgesamt 15 Einsätzen war die höchste gemessene Geschwindigkeit 51 km/h“, berichtet der Bürgermeister.

Die Kritik, dass die Tempoanzeige ungeeignet sei, könne nicht nachvollzogen werden. Es sei wichtig, dass diese unmittelbar vor dem Kindergarten und der Querungsstelle für Fußgänger angebracht ist.

Ein mögliches Fahrverbot für landwirtschaftliche Fahrzeuge (ausgenommen jene von in der Hollabrunnerstraße beheimateten Betrieben) sei nur sehr schwer umsetzbar. „Die geforderten Umleitungen belasten zusätzlich die Umwelt“, meint der Bürgermeister.

Im Übrigen habe der Verkehrsclub Österreich die Stadtgemeinde Hollabrunn nach Dornbirn als zweitsicherste in Österreich bewertet und sei Hollabrunn 2018 vom Land NÖ als erste Gemeinde zum Vorbild für Barrierefreiheit ausgezeichnet worden. Weiters stehe Ortsvorsteher Thomas Bauer für ein Gespräch gerne zur Verfügung.