Verkehr auf Dorfstraße regt auf: „Situation dramatisch“. In Oberfellabrunn fordern Anrainer eine Verkehrslösung. Vor allem Kinder und Ältere seien hier gefährdet.

Von Sylvia Stark. Erstellt am 05. Mai 2021 (05:12)

Immer wieder wird appelliert, Kinder sollen zu Fuß in den Kindergarten oder zur Schule – oder zumindest bis zur Bushaltestelle – gehen und nicht mit dem Auto bis vor die Türe geführt werden. In Oberfellabrunn sei das aber nicht ratsam, meint Lilly Damm. Die Medizinerin und Wissenschaftlerin wohnt in einem Haus in der Hollabrunnerstraße, früher „Dorfstraße“ genannt. Sie macht sich Sorgen um die Sicherheit der Kinder.

„Als Ärztin musste ich schon verletzte Kinder unter Autos hervorholen“, sagt Damm. Die Gefahr, dass so etwas passiert, sieht sie auch in ihrem Heimatort steigend. Die Situation sei dramatisch, macht sie gemeinsam mit dem pensionierten Mittelschullehrer Heinz Mayer auf die Problematik aufmerksam.

Der Gehsteig sei an der schmalsten Stelle nur 16 Zentimeter breit. Auf die andere Seite können die Kindergarten- und Schulkinder nicht wechseln, weil es dort gar keinen Gehsteig gibt. Dazu würden sich die wenigsten Autofahrer an die 30er-Beschränkung halten. Die elektronische Geschwindigkeitsanzeige kurz vor dem Kindergarten sei viel zu weit weg vom Straßenrand, meint Damm: „Die herankommenden Autofahrer sehen die Anzeige nicht rechtzeitig.“ Das Orange auf schwarzem Hintergrund sei außerdem bei Sonneneinstrahlung so gut wie gar nicht zu erkennen. Damm und Mayer fordern eine neue Tempoanzeige, die näher an der Straße aufgestellt wird.

Gegenüber des Kindergartens befand sich bis letzte Woche ein Stiegenaufgang, der zur Straße hin eingebrochen war. Damm und Mayer wiesen auf das Problem hin. Bürgermeister Alfred Babinsky ließ den Stiegenaufgang nun komplett zumauern. Die Gefahrensituation für die Kinder an diesem Punkt sei somit entschärft. Zufrieden sind die Beschwerdeführer aber nicht, denn sie wollten nur eine Sanierung der Abbruchstelle und meinen, man hätte hier einen sicheren Auf- bzw. Abgang errichten können.

Der Bürgermeister reagierte weiters auf die Forderung, dass Bodenmarkierungen auf die Kinder hinweisen sollen. Die Hollabrunnerstraße hat jetzt eine entsprechende Markierung in jeder Fahrtrichtung. Ob noch ein Zebrastreifen dazukommt, ist offen. Am 12. Mai ist eine Verkehrsverhandlung anberaumt.

Wunsch nach „echten 30er-Zone“

Auch ältere Menschen hätten Probleme, langsameren Schrittes die Straße zu überqueren, mahnen Damm und Mayer. Vom Radfahren brauche man gar nicht zu reden. Die Alte Dorfstraße wirke wie ausgestorben, das soziale Leben leide. Einfache Lärmmessungen in der Hollabrunnerstraße ergaben bis zu 80 Dezibel bei Autos und 95 Dezibel bei Traktoren und Lkws. Die Anrainer kritisieren, dass Lkws über zehn Tonnen trotz Verbotstafel durchrauschen. Da leide auch die alte Bausubstanz der angrenzenden Häuser. Die Umfahrung in der Fahndorferstraße werde von vielen Autofahrern ganz einfach nicht benutzt.

Als Lösung wünschen sich Damm und Mayer eine verkehrsberuhigte „echte 30er-Zone“ für die gesamte Hollabrunnerstraße. Man könnte die Alte Dorfstraße auch ganz für den Durchzugsverkehr sperren, meinen sie.